Eizellen jüngerer Frauen bei Einfrieren resistenter

Je jünger eine Frau bei der Entnahme von Eizellen zum Einfrieren ist, desto besser eignen sie sich für eine spätere Schwangerschaft. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Berlin hin. Eizellen von 25-jährigen Frauen seien nach dem Auftauen fast zu 100 Prozent intakt. Ist die Frau bei der Entnahme schon 38 Jahre alt, überstehe nur jede dritte Eizelle das Auftauen unbeschadet.

Bei 38 Jahren liegt der DGGG zufolge allerdings das Durchschnittsalter, in dem Frauen aus nicht-medizinischen Gründen Eizellen für einen späteren Kinderwunsch einfrieren lassen. Ihre Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft ist damit deutlich kleiner als in jüngerem Alter. Außerdem ist die Entnahme für sie nochbelastender.

Denn im Schnitt müssen laut der DGGG 10 bis 15 Eizellen entnommen, eingefroren, aufgetaut, befruchtet und in die Gebärmutter eingepflanzt werden, um ein Kind zu bekommen. Bei einer Frau jenseits der 35 liegt die Zahl oft aber deutlich darüber, weil die Eizellen sich weniger gut eignen als bei Jüngeren. Darüber hinaus steigt das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft, wenn die befruchteten Eizellen bei einer Frau jenseits des 40. Lebensjahres eingesetzt werden.

Da das Einfrieren und Auftauen kein Routineverfahren in der Fortpflanzungsmedizin ist, empfiehlt die DGGG, es nur Zentren mit besonders großer Erfahrung vornehmen zu lassen. In Deutschland seien diese in dem Netzwerk «Fertiprotekt» zusammengeschlossen. Dort werden die Behandlungen wissenschaftlich begleitet.

Das Einfrieren aus nicht-medizinischen Gründen wird auch englisch als «social freezing» bezeichnet. Anlass können etwa ein fehlender Partner oder Karrierepläne in der aktuellen Lebensphase sein. Junge Krebspatientinnen lassen sich oft vor Chemotherapie und Bestrahlung Eizellen entnehmen, um später genetische Schäden beim Kind durch die Behandlung auszuschließen.

Quelle: dpa22.08.12Zum AnfangZurück

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