Eierstockkrebs wird dank Pille seltener

Immer weniger Frauen sterben infolge von Eierstockkrebs und es wird ein weiterer Rückgang prognostiziert. Woran liegt das? Hauptursache ist offenbar der Einsatz der Pille bei Frauen. Sie schützt vor der Krebserkrankung.


Todesfälle innerhalb Europas nahmen deutlich ab

Die Verhütungspille bietet einen langfristigen Schutz vor Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Professor Carlo La Veccia von der medizinischen Fakultät an der Universität Mailand. Eine Rolle spielen den Wissenschaftlern zufolge auch die Abnahme von Hormonersatztherapien bei Frauen mit Wechseljahresbeschwerden sowie eine verbesserte Diagnostik und Behandlung.

Zu diesen Ergebnissen kamen die Forscher anhand der Untersuchung von Eierstockkrebstodesfällen seit 1970. Die Daten stammen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach fielen die Zahlen zwischen 2002 und 2012 in den 28 Staaten der Europäischen Union um zehn Prozent.

Für die USA ließ sich sogar ein noch größerer Abfall der Todeszahlen belegen. Hier war ein 16-prozentiger Abfall zu verzeichnen. In Japan waren nur zwei Prozent weniger Todesfälle zu verzeichnen, allerdings kommt Eierstockkrebs bei Japanern ohnehin seltener vor. Eine Senkung von zwölf Prozent ließ sich auch für Australien und Neuseeland ausmachen, heißt es in der in den "Annals of Oncology" erschienenen Studie.


Auch in Zukunft sollen Todesfälle abnehmen

Doch gibt es auch Ungereimtheiten, denn in manchen Gebieten sind die Zahlen sehr uneinheitlich. Das betrifft auch Europa: Während in Ungarn die Todeshäufigkeit bei Eierstockkrebs nur um 0,6 Prozent sank, betrug sie in Estland mehr als 28 Prozent und in Bulgarien war gar ein Anstieg auszumachen. Große Senkungen ließen sind in Österreich, Dänemark und Schweden ausmachen.

Unterschiede sind wahrscheinlich auch in einem unterschiedlich häufigen und frühen Einsatz der Verhütungspille bei jungen Frauen begründet, vermuten die Forscher. Sie prognostizieren einen weiteren Abfall der Todesfälle von Frauen aufgrund einer Krebserkrankung der Eierstöcke.

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.09.16Zum AnfangZurück

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