Eheglück beeinflusst Häufigkeit von Zuckerkrankheit

Ständiges Fehlersuchen und Herumnörgeln des Partners zehren an den Nerven. Doch Männer können von diesen Verhaltensweisen ihrer Ehefrauen sogar gesundheitlich profitieren.


Frauen regulieren Gesundheitsverhalten

Bisher gingen Forscher davon aus, dass unglückliche Ehen vor allem negative Effekte auf die Gesundheit aufweisen. Eine neue Studie der Michigan State University zeigt jedoch, dass Männer von Frauen, die das Gesundheitsverhalten ihres Partners ständig kritisieren, weniger häufig an der Zuckerkrankheit (Diabetes Typ 2) erkranken. Entwickeln sie die Stoffwechselkrankheit dennoch, verläuft diese meist milder. Grundlage der Untersuchungen bildeten die Daten von 1.228 Ehepaaren. Der Beobachtungszeitraum betrug fünf Jahre. 

Der Soziologe Hui Liu geht davon aus, dass das ständige Herumnörgeln auch eine Form des Sich-Kümmerns ist. Denn auch wenn die Art und Weise der Frau, ihre Kritik am Gesundheitsverhalten des Mannes zu äußern, unangenehm ist, zeigt sie doch auch die Sorge der Partnerin um ihren Gatten. Dadurch bringen sie ihre Männer zu einem gesünderen Lebensstil und sorgen für einen gewissenhafteren Umgang mit der Krankheit, wenn sie ausgebrochen ist.


Effekt auf Frauen hingegen negativ

Doch der positive Effekt unglücklicher Ehen im Bezug auf Diabeteserkrankungen betrifft lediglich Männer. Frauen dagegen entwickeln in glücklichen Ehen weniger häufig eine Zuckerkrankheit. Liu glaubt, dass sie häufig sensibler auf die Qualität einer Partnerschaft reagieren und deshalb aus guten Beziehungen größere Vorteile ziehen können.

Diabetes ist die siebthäufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten. Die Verbesserung von Partnerschaften ist der Studie zufolge ein wichtiger Ansatzpunkt dem Vormarsch der Stoffwechselkrankheit entgegenzuwirken. Vor allem ältere Frauen könnten von glücklicheren Ehen gesundheitlich profitieren. Männer hingegen könnten ohne Nachteile für ihre eigene Gesundheit glücklichere Partnerschaften führen, wenn sie dazu angehalten würden, mehr Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen zu übernehmen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.06.16Zum AnfangZurück

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