Die eigene Gesundheit vorhersagen

Wer sich fit und gesund fühlt, könnte damit Recht behalten. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Selbsteinschätzung oft besser ist als  medizinische Untersuchungen.

 

 

Eigene Vorhersage zur Gesundheit oftmals zutreffend

 

Gesunde Menschen, die ihre Gesundheit selbst als exzellent einstufen, weisen wahrscheinlich auch ein gutes Immunsystem auf und sind weniger für Erkältungen empfänglich als Menschen, die eher eine schlechte Einschätzung ihrer Gesundheit abliefern. Das ergab eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift "Psychosomatic Medicine".

 

Bereits frühere Untersuchungen zum Thema ergaben, dass eine schlechte Selbsteinschätzung der Gesundheit älterer Menschen auch eine Vorhersage ihres Gesundheitszustandes zulassen, so Psychosomatiker und Studien-Coautor Sheldon Cohen der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Offenbar bleibt der Zusammenhang zwischen selbst eingeschätzter und realer Gesundheit auch dann bestehen, wenn medizinische Fakten wie Untersuchungen, Krankenhausaufenthalte und medizinische Daten berücksichtigt werden.

 

 

"Exzellente" Gesundheit als Schutz vor Erkältung

 

Cohen und Mitarbeiter untersuchten, ob die Selbsteinschätzung jüngerer gesunder Menschen, deren Immunfunktion vorhersagen kann und ob sich die Ergebnisse mit anderen beeinflussenden Variablen wie sozioemotionale Faktoren oder Lebensstil erklären lassen. Die Forscher befragten 360 Personen im durchschnittlichen Alter von 33 Jahren und ließen sie ihre Gesundheit mit "schlecht", "mäßig", "gut", "sehr gut" oder "exzellent" bewerten. Die Studienteilnehmer waren anschließend einem Erkältungsvirus ausgesetzt und fünf Tage lang beobachtet, um ihre Immunreaktion abzuwarten.

 

Im Vergleich zu Teilnehmern, die ihren Gesundheitszustand als "exzellent" bewertet hatten, entwickelten jene mit der Angabe von "mäßig", "gut" oder "sehr gut" mehr als doppelt so häufig eine Erkältung. Möglicherweise beeinflussende Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitsverhalten oder sozioemotionale Faktoren ließen sich ausschließen.

 

"Es gibt einige Dinge, die wir über unseren Körper wissen, die für Ärzte nicht leicht zu entdecken sind", schließen die Wissenschaftler aus den Ergebnissen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.11.15Zum AnfangZurück

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