Diabetiker profitieren von Rotwein

Ein Glas Rotwein am Tag könnte dem Herz und den Cholesterinwerten von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 zugutekommen. Die auch als Zuckerkrankheit bekannte Erkrankung kann zu Folgekrankheiten führen.

 

 

Diabetes: Erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen

 

Wer unter Diabetes mellitus Typ 2 leidet, sollte möglicherweise tägliche ein Glas Rotwein trinken. Denn dies war in einer israelischen Studie nicht nur mit einer verbesserten Gesundheit der Herzgefäße verknüpft, sondern auch mit einer verringerten Gesamtsterblichkeit.

 

Bereits seit längerem vermuten Forscher, dass moderater Alkoholkonsum vor Diabetes schützen könnte und die Kontrolle der Blutzuckerwerte verbessert. Der Alkoholstoffwechsel und Erbfaktoren scheinen eine Rolle zu spielen. Ob allerdings nur roter Wein nützlich ist oder auch Weißwein sowie andere alkoholische Getränke, ist bislang nicht sicher geklärt.

 

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 weisen ein erhöhtes Risiko für Herzgefäßerkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt auf. Sie weisen auch Veränderungen des Cholesterinstoffwechsels auf, was das Risiko von Gefäßerkrankungen mit Auswirkungen auf das Herz und das Gehirn erhöhen kann.

 

In einer Studie nun ließen Wissenschaftler aus Israel Typ 2-Diabetiker im Alter von 40 bis 75 Jahren täglich moderate Mengen an Alkohol trinken oder aber keinen Alkohol. Nach zwei Jahren zeigte sich, dass Weintrinker ein  geringeres Herzstoffwechselrisiko aufweisen als jene, die nur Wasser tranken. Rotweintrinker profitierten offenbar besonders, denn sie zeigten die größten Veränderungen ihres Fettstoffwechsels.

 

 

Rotwein von besonderem Nutzen

 

Zwar scheint Alkohol allgemein die Kontrolle des Blutzuckers zu verbessern, doch zeigte Rotwein den größten Nutzen hinsichtlich der Blutfettwerte und Variablen des Metabolischen Syndroms. Dies lässt die Forscher vermuten, dass auch andere Bestandteile des Rotweines eine günstige Wirkung haben.

 

So enthält Rotwein bis zu siebenmal mehr Phenole  als Weißwein. Ob diese Phenole in besonderer Weise das Herz schützen, steht in der Diskussion. Die Forscher plädieren für weitere Studien, um den Wirkungsunterschieden von Weiß- und Rotwein auf die Spur zu kommen.

 

Unterschiede in den Genen allerdings beeinflussen die Wirksamkeit von Rotwein oder Alkohol. Deshalb wird nicht jeder Patient gleichermaßen von moderatem Alkoholkonsum profitieren. Für allgemeine Empfehlungen scheint es also noch verfrüht. Die Studie wurde in den "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.10.15Zum AnfangZurück

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