Diabetes und Schnarchen gehen ins Auge

Menschen mit nächtlichen Atemaussetzern beziehungsweise obstruktiver Schafapnoe und Diabetes weisen ein erhöhtes Risiko für eine gefährliche Augenerkrankung auf. Viele ahnen nichts davon.


Gefährliche Kombi fürs Auge: Diabetes und obstruktive Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe ist eine Krankheit, bei der es zu nächtlichen Atemaussetzern kommt, weil der Rachenraum kollabiert und deshalb die Atemwege verengt oder komplett blockiert sind. Dies kann bis 100 Mal pro Nacht passieren. Infolge der ausbleibenden Atmung entsteht ein Sauerstoffmangel, der auch wichtige Organe betrifft. Ein mögliches Indiz für die Krankheit ist Schnarchen. 

Die Krankheit kommt häufig bei Menschen mit Übergewicht und Diabetes vor. Eine Krankheit, die sich oftmals am Auge von Diabetikern manifestiert, ist die Diabetische Retinopathie. Sie tritt bei 40 bis 50 Prozent der Diabetespatienten auf und ist die häufigste Ursache für eine Erblindung in der westlichen Welt. Bei der Augenkrankheit verändern sich kleine Netzhautgefäße durch Ablagerungen in den Gefäßwänden. Die Durchblutung der Netzhaut ist gestört.

Diabetespatienten mit obstruktiver Schlafapnoe tragen ein hohes Risiko für die Netzhauterkrankung mit einem schnellen und schweren Verlauf, warnen Wissenschaftler der Universität Birmingham im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine". Menschen mit Schlafapnoe und Diabetes können demnach ihr Augenlicht innerhalb weniger Jahre verlieren. Das ergaben Untersuchungen an 230 Patienten mit Diabetes Typ II. 


Behandlung der Schlafstörung wirkt schützend

Demnach entwickelten Diabetiker mit nächtlicher Atemstörung zu 42,9 Prozent eine diabetische Netzhauterkrankung, Diabetespatienen ohne Atemstörung nur zu 24,1 Prozent. Zudem war der Verlauf der diabetischen Retinopathie bei Diabetikern mit obstruktiver Schlafapnoe schwerer. Der Verlauf der Augenerkrankung ließ sich durch eine Beatmungstherapie positiv beeinflussen.

Diabetespatienten sollten die nächtliche Atemstörung unbedingt behandeln lassen. Auch regelmäßige Augenuntersuchungen sind für Diabetiker besonders wichtig.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.07.17Zum AnfangZurück

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