Diabetes: Immer mehr Augenschäden

Weltweit nehmen Augenschäden und Sehverlust aufgrund einer Diabeteserkrankung zu. US-Forscher nennen alarmierende Zahlen und mahnen zu einer besseren Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes und einer regelmäßigen sorgfältigen Untersuchung der Augen, damit das Sehvermögen von Diabetikern erhalten bleibt.


Netzhauterkrankung macht anfangs keine Beschwerden

Weltweit ist innerhalb von zwei Jahrzehnten der Anteil von Menschen mit Sehschäden oder Blindheit aufgrund von Diabetes von 27 auf 64 Prozent angestiegen. 2010 musste einer von 52 Diabetikern einen Sehverlust hinnehmen und einer von 39 war aufgrund einer diabetesbedingten Netzhauterkrankung des Auges (diabetische Retinopathie) blind, zeigt eine Analyse in der Fachzeitschrift "Diabetes Care". 

Die diabetische Retinopathie ist die Folge eines zu hohen Blutzuckers, weil dieser nicht entsprechend eingestellt ist. Der Zucker schädigt auf Dauer die feinen Blutgefäße der Netzhaut. Diese werden funktionsuntüchtig und zusätzlich werden in der Folge neue Gefäße von typischem Aussehen gebildet, die jedoch zu einer weiteren Schädigung mit Sehverlust führen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Netzhauterkrankung in den Frühstadien keine Beschwerden verursacht und oft erst bemerkt wird, wenn es schon zu einem Sehverlust gekommen ist.

Die aktuellen Daten stammen aus einer Untersuchung der Universität Fort Lauderdale in Florida. Zugrunde liegt eine Metaanalyse von bevölkerungsbasierten Studien der Jahre 1990 bis 2012. Bei dieser Art der Analyse werden ähnlich aufgebaute Studien verwendet und ihre Daten zusammengeführt.


Viele Menschen haben keinen Zugang zu einem Augenarzt

Er zeigte sich, dass Menschen aus Südasien, Nord-, Mittel- und Ostafrika sowie in der westlichen Subsahara am häufigsten einen diabetischen Sehverlust erlitten. Ostasiaten, Menschen im tropischen Lateinamerika und in der südlichen Subsaharazone waren am häufigsten von Blindheit betroffen.

Hierzulande wird die diabetische Retinopathie zwar wahrscheinlich eher entdeckt, dennoch erleiden zu viele Patienten unter einer Verschlechterung ihrer Netzhauterkrankung. Dies liegt an einer ungenügenden Einstellung des Blutzuckers. In anderen Gebieten der Erde ist der Zugang zu medizinischer Versorgung oftmals erschwert oder sogar gar nicht möglich. Die Forscher fordern Bemühungen, diese Situation zu ändern. 

Menschen mit Diabetes sollten mindestens einmal jährlich eine gezielte Augenuntersuchung erhalten, so die Empfehlung der Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.09.16Zum AnfangZurück

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