Depressive Krebspatienten erholen sich schlecht

Depressionen können den Heilungserfolg bei Krebspatienten schmälern. Darauf deutet eine aktuelle Untersuchung an Patienten mit Darmkrebs hin. Diese hatten sich einer Operation unterzogen. Die mentale Gesundheit könnte für Krebspatienten eine größere Rolle spielen als vermutet, so Wissenschaftler. Dies sollten in Zukunft stärker berücksichtigt werden.


Depressionen beeinflussen Lebensqualität nach der Therapie

Darmkrebspatienten haben oftmals gute Überlebenschancen. Eine Voraussetzung ist aber nicht nur eine adäquate Behandlung, auch psychologische Faktoren wie Ängste und Depressionen spielen offenbar eine große Rolle, ergab eine Untersuchung an über 1.000 Darmkrebspatienten. Deren Gesundheit verfolgten britische Wissenschaftler mindestens fünf Jahre lang. 

Es zeigte sich, dass depressive Darmkrebspatienten über dreizehn Mal wahrscheinlicher eine schlechte Lebensqualität aufwiesen. So hatten zum Beispiel wesentlich häufiger kognitive Defizite wie Denkschwierigkeiten und Erinnerungsprobleme in Kauf zu nehmen. Auch sexuelle Funktionen im Vergleich zu nicht depressiven, wegen Darmkrebs Behandelten waren häufiger beeinträchtigt.


Depressionen erkennen und behandeln

Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass Depressionen und Angst mit Krebserkrankungen einhergehen können. Die im Journal "PLOS One" veröffentlichte Studie zeigt zudem, dass einer von fünf Darmkrebspatienten zum Zeitpunkt der Diagnose der Erkrankung unter Depressionen leidet. Depressive Darmkrebspatienten hatten zwei Jahre, nachdem die Therapie beendet war, eine siebenmal wahrscheinlichere schlechte Gesundheit als Patienten ohne Depression. 

Wichtig bei Krebspatienten ist es auch, andere Erkrankungen, Ängste und die mentale Gesundheit zu erfassen und zu behandeln, so die Forscher. Denn letzte können die Heilung und Erholung maßgeblich beeinflussen. Ob sich die mentale Gesundheit und Depressionen auf verschiedene Arten von Krebserkrankungen unterschiedlich auswirken, bedarf weiterer Untersuchungen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.05.16Zum AnfangZurück

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