Depressionen der Eltern bestimmen Schulnoten

Kinder, deren Eltern unter Depressionen leiden, sind in der Schule oftmals weniger erfolgreich und haben eher schlechte Noten. Mütterliche Depressionen wirken sich dabei eher auf die Töchter aus.

 

 

Elterliche Depressionen beeinflussen Kindesentwicklung vielfältig

 

Depressionen kommen häufiger bei Frauen vor, besonders in der Gruppe der 40- bis 59-Jährigen. 43 Prozent der Patienten mit leichter Depression und 90 Prozent jener mit starker Depression entwickeln verschiedene Probleme im Bereich Arbeit, Privat- und Sozialleben. Depressionen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten, Berufsunfähigkeit und frühem Tod. Daneben zeigen Studien, dass Depressionen der Eltern auch das Kindeswohl beeinträchtigen. Betroffene Kinder leiden häufiger unter Verhaltensproblemen, psychiatrischen Störungen, emotionalen Problemen und Entwicklungsstörungen.

 

Im späteren Leben kämpfen Kinder, die schlecht in der Schule waren, häufiger auch mit gesundheitlichen Problemen, haben in der Arbeitswelt geringere Chancen und ein geringeres Einkommen. Wissenschaftler der Drexel University School of Public Health in Philadelphia nahmen die Auswirkungen elterlicher Depressionen auf die Schulabschlüsse der Kinder genauer unter die Lupe. Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie in "JAMA Psychiatry".

 

Die Daten stammen von schwedischen Jugendlichen zum Zeitpunkt ihres Schulabschlusses, der in der Regel mit 16 Jahren erfolgt. Zusätzlich wurden Krankheitsdaten der Eltern erfasst. Insgesamt lagen die Daten von 1,1 Millionen Kindern, annähernd 34.000 Müttern und über 23.700 Vätern zugrunde. 

 

 

Väterliche Depression fällt statistisch weniger ins Gewicht

Drei Prozent der Mütter und 2,1 Prozent der Väter erlitten eine Depression vor dem letzten Schuljahr. Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen schlechtem Schulabschluss und Depressionen der Eltern. Nach Berücksichtigung anderer beeinflussender Faktoren hatten väterliche Depressionen jedoch keinen statistisch relevanten Einfluss auf die kindlichen Schulleistungen. Depressionen der Mütter beeinflussten eher die Leistung der Mädchen als die der Jungen. 

 

Die Diagnose einer Depression bei Eltern kann auch weit reichende Konsequenzen für die Kindesentwicklung haben, so die Forscher. Belegen weitere Untersuchungen einen ursächlichen Zusammenhang, sollte dies dazu veranlassen, Kinder von Eltern mit Depressionen besser zu unterstützen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.02.16Zum AnfangZurück

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