Depressionen betreffen auch Ärzte

Einer von vier jungen Ärzten zeigt depressive Symptome und Mediziner sind offenbar gerade in den ersten Jahren ihrer Karriere gefährdet. Dies klingt weder für Ärzte noch für Patienten unbedingt ermutigend. Wichtig wäre, sich intensiver um die psychische Gesundheit von Ärzten zu kümmern, damit die bestmögliche Patientenversorgung gewährleistet ist.

 

 

Junge Ärzte immer häufiger depressiv?

 

Depressionen bei Ärzten sind möglicherweise häufiger als vermutet und darunter haben nicht nur betroffene Mediziner selbst zu leiden. Beeinflusst ist auch die Versorgung von Patienten, denn depressive Ärzte machen mehr Fehler und kümmern sich möglicherweise weniger um das Wohl der ihnen anvertrauten Patienten.

 

Dieses alarmierende Ergebnis ergab sich aus Daten von 54 Studien der ganzen Welt innerhalb eines Zeitraums von 50 Jahren, in denen die Depressionssymptome von Ärzten untersucht wurden. Wie im amerikanischen Ärzteblatt "JAMA" veröffentlicht, zeigten 28,8 Prozent der jungen Ärzte in Aus- und Weiterbildung mögliche Symptome einer Depression. Über den Untersuchungszeitraum von 50 Jahren war ein kleiner, aber statistisch signifikanter Anstieg der Häufigkeit von Depressionen bei Jungärzten zu verzeichnen.

 

 

 Arbeitsbedingungen als mögliche Ursache

 

Der Fokus der Untersuchung lag auf den ersten Ausbildungsjahren von Ärzten nach dem Studium. Hier kommt es meist zu langen Arbeitszeiten und Überstunden, intensivem Lernen und wenig eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Zudem ist die hierarchische Stellung als "Anfänger" im Ärzteteam im unteren Bereich anzusiedeln und die Hierarchien sind oftmals ausgeprägt. Die Verantwortung und der Arbeitsdruck sind jedoch hoch.

 

Dass immer mehr junge Ärzte mit Depressionen reagieren, könnte auch an den vielen Umstrukturierungen im Bereich Gesundheitswesen und veränderten Arbeitsbedingungen liegen. Dass sich ärztliche Depressionen auf deren Arbeit und damit Patientenversorgung auswirken, ist leicht vorstellbar. Es sind zweifellos mehr Bemühungen um die psychische Gesundheit von Ärzten nötig.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.12.15Zum AnfangZurück

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