Depression: Neue Arzneien wirken schnell

Die bislang bei Depressionen eingesetzten Medikamente wirken oftmals erst nach Wochen, was Leid und Gefahren mit sich bringt. Neu entdeckte Wirkstoffe versprechen einen schnellen Wirkungseintritt und können Depressionssymptome rasch lindern, so ein Forscherteam aus Maryland, USA. Erste Versuche an Tieren verliefen sehr erfolgreich.

 

 

Schnelle gezielte Wirkung von GABA-Wirkstoffen

 

Das wäre schon ein toller Vorteil, wenn Depressionsmedikamente fast sofort wirkten und zudem weniger Nebenwirkungen verursachten. Wie im Journal "Neuropsychopharmacology" veröffentlicht haben Forscher der University of Maryland School of Medicine offenbar eine ganz neue Klasse von Medikamenten entdeckt, die Depressionen rasch vertreiben könnten. Eine erste Erprobung an Ratten überraschte sogar die Wissenschaftler.

 

In weniger als einem Tag sollen die neuen Wirkstoffe mit dem Nervenbotenstoff Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) wirken. Dabei setzten sie offenbar viel gezielter in Bereichen des Gehirns an, die für die Stimmung verantwortlich sind und haben wohl auch deshalb weniger Nebenwirkungen.

 

Die meisten Menschen mit Depressionen erhalten Medikamente, die den Wirkstoff des Nervenbotenstoffes Serotonin im Gehirn erhöhen. Diese sogenannten Serotoninwiederhaufnahmehemmer (SSRI) sind aber nur etwa bei einem Drittel der Depressionspatienten wirksam. Die antidepressive Wirkung tritt zudem verzögert erst nach drei bis acht Wochen auf. Das kann ganz besonders für Patienten mit schweren Depressionen und Selbstmordgefährdung problematisch sein. Bessere Behandlungsmöglichkeiten wären also ein Segen.

  

 

Tests an Tieren erfolgreich

 

Die neuen Wirkstoffe wurden bislang nur an Ratten getestet. Werden die Tiere längere Zeit leichtem Stress ausgesetzt, entwickelt sich eine der Depression beim Menschen vergleichbare Gemütseinstellung. Die Behandlung mit GABA nahm den Mäusen die Freudlosigkeit und die Unfähigkeit zur Freude. Diese Veränderung trat bereits innerhalb der ersten 24 Stunden auf, so die Forscher.

Quelle: Dr. Julia Hofmann28.07.15Zum AnfangZurück

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