Demenz: Akupunktur verbessert Gedächtnis

Ersten Anzeichen eines geistigen Abbaus kann möglicherweise mit Akupunktur begegnet werden. Gedächtnis und geistige Leistungsfähigkeit verbesserten sich gemäß den Ergebnissen einer Studienanalyse.


Nachlassen des Gedächtnisses kann auf Demenz hinweisen

Leichte kognitive Einschränkungen können sich im Rahmen des Alterungsprozesses einstellen, aber auch Vorzeichen einer Demenz sein. Dies gilt besonders, wenn das Gedächtnis beeinträchtigt ist und dies nicht nur subjektiv wahrgenommen wird, sondern auch objektiv messbar ist. Eine einfache und nebenwirkungsarme Behandlung könnte die Akupunktur darstellen. Sie erweist sich schon in verschiedenen Untersuchungen als wirksam, um Symptome eines langsam nachlassenden Gedächtnisses bei leichten kognitiven Einschränkungen zu verbessern.

Neurologen der Wuhan Universität in China fahndeten nach Studien aus westlichen Ländern und China, die den Zusammenhang zwischen leichten kognitiven Einschränkungen und Akupunktur beziehungsweise anderen medizinischen Behandlungen untersucht hatten. Insgesamt standen fünf Studien aus den Jahren 2012/13 mit 568 Patienten zur Verfügung. 288 Patienten davon hatten Akupunktur und 280 eine konventionelle Therapie mit dem Wirkstoff Nimodipin erhalten. Der Wirkstoff kann bei Alzheimererkrankung das Lernen verbessern und geistige Defizite reduzieren, vor allem, wenn die geistigen Einbußen auf Durchblutungsstörungen zurückzuführen sind. Laut Demenz-Leitlinie ist die Wirksamkeit von Nimodipin bei Demenz jedoch nicht erwiesen.

Drei Studien verglichen die Wirksamkeit der Akupunktur mit der von Nimodipin, in zwei Untersuchungen wurde die Akupunktur ergänzend zur Nimodipinbehandlung eingesetzt. Die Teilnehmer erhielten die Akupunkturbehandlung in vier Studien drei- bis fünfmal wöchentlich über acht Wochen lang, in einer Untersuchung sogar drei Monate lang.


Forscher: Akupunktur wirkt allein und mit durchblutungsförderndem Medikament 

Patienten mit Akupunktur wiesen laut dem Fachmagazin "Acupuncture in Medicine" bessere Ergebnisse in Tests zur Prüfung des Gedächtnisses und einer Demenz auf als jene mit medikamentöser Therapie. In Verbindung mit dem Medikament Nimodipin ergab sich durch die Akupunktur eine signifikante Verbesserung im sogenannten Mini-Mental-Status-Test. Dieser ist in der klinischen Praxis eine übliche Untersuchung, um geistige Leistungsstörungen zu erfassen.

Doch wurde auch über Nebenwirkungen berichtet. So kam es unter der Akupunktur vereinzelt zu Ohnmachtsanfällen und Blutungen an der Einstichstelle. Die Nimodipinbehandlung konnte Magenprobleme und leichte Kopfschmerzen auslösen. Die Wissenschaftler schließen aus den Ergebnissen, dass Akupunktur allein und in Verbindung mit Nimopidin bei Gedächtnisproblemen im Rahmen leichter kognitiver Einschränkungen wirksam ist.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.08.16Zum AnfangZurück

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