Crunch-Effekt: Essgeräusche verkleinern Mahlzeit

Wer beim Essen abgelenkt ist und Musik hört oder fernsieht, isst möglicherweise mehr als ihm lieb ist. Denn die eigenen Essgeräusche beeinflussen das Essverhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung im Fachjournal "Food Quality and Preference". Abnehmwillige sollten demnach möglichst bewusst den eigenen Essgeräusche lauschen.


Eigene Essgeräusche wahrnehmen, weniger essen

Kochgeräusche etwa beim Braten können einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen und beeinflussen Appetit und Essverhalten. Aber auch Geräusche durch das Essen und Kauen nehmen Einfluss, zeigen Wissenschaftler der Brigham Young University und Colorado State University. Demnach entscheiden nicht nur Geschmack und Konsistenz von Nahrungsmitteln über die Auswahl und Menge der verzehrten Nahrungsmittel. Die Forscher untersuchten in drei Experimenten das Essverhalten, das mit den Essgeräuschen in Zusammenhang steht.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass laute Geräusche, wie etwa Musik, Kaugeräusche überdecken und dazu führen, dass Menschen mehr essen. Personen hingegen, die keiner Geräuschkulisse ausgesetzt waren, aßen weniger. Je mehr sich also die Probanden der Studie ihrer eigenen Essgeräusche bewusst waren, desto geringere Mengen aßen sie. Die Wissenschaftler bezeichnen diese Auswirkungen von Essgeräuschen auf das Essverhalten als "Crunch-Effekt".

Hören als sensorischer Reiz beeinflusst Essensmenge

"Essgeräusche sind hinsichtlich der Esserfahrung ein wichtiger sensorischer Hinweis", so Studien-Mitautorin Gina Mohr. Dieser Effekt würde bislang leider weitgehend übersehen. Wer also vorhat weniger zu essen, sollte seine Mahlzeiten möglichst bewusst und ohne Ablenkung von allzu lauten Geräuschen einnehmen. Denn das Essverhalten wird durch weit mehr als nur den Geschmack beeinflusst.

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.03.16Zum AnfangZurück

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