Chronisches Erschöpfungssyndrom: Spuren im Immunsystem?

Das chronische Erschöpfungssyndrom (chronisches Fatigue-Syndrom, CFS) imponiert durch bleierne, nicht beherrschbare Müdigkeit und eine ganze Anzahl weiterer Symptome. Lange als psychische Störung abgetan, verdichten sich die Hinweise auf eine körperliche Störung. Forscher fanden nun Veränderungen des Immunsystems, vor allem in den ersten drei Jahren der Erkrankung.

 

 

Schwere Müdigkeit lässt sich bislang nicht nachweisen

 

Beim CFS kommt es häufig nach einem banalen Infekt wie dem Pfeifferschen Drüsenfieber zu einer anhaltend schweren Erschöpfbarkeit und Müdigkeit. Kleinste Tagesverrichtungen führen bereits zur Erschöpfung, doch helfen auch Pausen kaum, um Energie zu tanken. Hinzutreten können Symptome wie Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsprobleme, geschwollene Lymphknoten, Appetitverlust und Schwindel. Nicht selten führt die Erkrankung zur frühzeitigen Berentung.

 

Bislang ließ sich die Erkrankung nicht objektiv nachweisen. Die Diagnose ist deshalb nur aufgrund der geschilderten Symptomatik der Betroffenen zu stellen.

 

 

Immunstoffe bei Patienten verändert

 

Auch ließen sich bisher keine eindeutigen Ursachen der Krankheit ausmachen. Es fanden sich jedoch bereits Hinweise auf ein immunologisches Geschehen, das einem einfachen Infekt folgt. US-Forscher fanden nun weitere Belege. Sie entdeckten Veränderungen von Zytokinen, das sind Eiweißstoffe, die eine erhöhte Immunantwort nach Infektionen anzeigen. Bestimmte Zytokine waren vor allem in den ersten drei Jahren nach Krankheitsbeginn angestiegen. Den Nachweis interpretieren die Wissenschaftler als Beweis für den körperlichen Ursprung der Erkrankung. Ihre Studie veröffentlichten sie in "Science Advances".

 

Die Forscher hoffen nun, dass sich anhand der Ergebnisse möglicherweise sogar ein Labortest entwickeln lässt, der die Erkrankung nachweist. Tatsächlich müssten die Ergebnisse erst in weiteren Studien bestätigt werden. Einige Wissenschaftler meldeten bereits Zweifel an den Befunden an. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.03.15Zum AnfangZurück

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