Chorsingen macht Krebspatienten stark

Gesang hat in allen menschlichen Kulturen eine hohe Bedeutung. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass Singen das Immunsystem von Krebspatienten positiv beeinflusst.


Stresshormone reduziert

Grundlage der Studie der Tenovus Cancer Care bildeten die Daten von 193 Männern und Frauen, von denen 55 an einer Krebserkrankung litten. Die restlichen Teilnehmer der Studie pflegten an Krebs leidende Menschen oder hatten Angehörige an die Krankheit verloren.

Bereits eine Stunde Chorsingen hatte deutlichen Einfluss auf das Wohlbefinden der Probanden. Sie schätzten ihre Stimmung danach nicht nur subjektiv besser ein, das Singen hatte auch messbaren Einfluss auf Ihren Körper.

Speichelproben vor und nach der Chorstunde zeigten, dass sich der Gehalt an Stresshormonen wie Cortisol bei allen Teilnehmern reduzierte. Auch die Werte von Oxytocin und Beta-Endorphin sanken. Diese beiden Hormone galten zwar bisher vor allem als Indikatoren für Wohlbefinden, sie sind allerdings auch an der Regulation von Stressreaktionen im Körper beteiligt. Ein Anstieg dieser Hormone findet vor allem als Antwort auf Stressoren statt, weshalb ein Abfall auf ein geringeres Stresslevel hinweist, so die Wissenschaftler.


Immunsystem aktiviert

Viel wichtiger erscheint dem Team um Ian Lewis jedoch, dass sich der Gehalt an vom Immunsystem gebildeten Eiweißen durch das Singen signifikant erhöhte. Diese Zytokine geben Hinweise auf ein aktiveres und somit stärkeres Abwehrsystem. Da das Immunsystem eine wichtige Schlüsselrolle bei Krebserkrankungen und ihrer Heilung spielt, könnten Aktivitäten wie das Chorsingen den Behandlungserfolg bei Erkrankten möglicherweise verbessern.

Aber auch Pflegende und Trauernde profitierten vom Singen und fühlten sich nach der Chorstunde besser. Die Studienteilnehmer, die sich vor dem gemeinsamen Singen am niedergeschlagensten fühlten, berichteten über die größte Verbesserung ihres Wohlbefindens. Die Wissenschaftler werden ihre Untersuchungen nun in einer zweijährigen Studie fortführen, die langfristige Auswirkungen des Chorsingens auf von Krebserkrankungen Betroffene zeigen soll.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.04.16Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: