Cannabis senkt Schmerzen von Männern

Cannabis ist eine Droge und seit Jahren als Therapeutikum insbesondere für Patienten mit Multipler Sklerose im Gespräch. Der Hauptwirkstoff kann chronische Schmerzen lindern. Doch reagieren Männer anders als Frauen, fanden Forscher heraus.


Schmerztest unter Cannabis bei Frauen und Männern

Seit Urzeiten wurde Cannabis gegen verschiedene Arten von Schmerzen eingesetzt. Was einst als geschätzte Behandlungsmethode mit einem Heilmittel galt, wird heutzutage kritischer beurteilt. Cannabis gilt als Droge, der Umgang damit ist reglementiert. Doch das Wissen um eine möglicherweise wertvolle Behandlungsmöglichkeit chronischer Schmerzen macht Cannabis zu einem Therapeutikum und manch ein chronisch Kranker nutzt den Wirkstoff für sich, ohne dafür ein Präparat verschrieben zu bekommen. 

Eine aktuelle Studie zeigt jetzt, dass die schmerzlindernde Wirksamkeit von Cannabis nicht bei beiden Geschlechtern gleich ist. Offenbar profitieren Männer mit Schmerzen mehr als Frauen. Andere Wirkungen des Rauschmittels waren bei Frauen und Männern aber nicht unterschiedlich, heißt es im Fachmagazin "Drug and Alcohol Dependence". 

Neurobiologen des Columbia University Medical Center untersuchten die Ergebnisse zweier Studien zum Thema. Die 42 Teilnehmer der Studien waren in ihrer Freizeit Cannabiskonsumenten und rauchten im Rahmen der Untersuchungen entweder Cannabis oder ein Plazebo. Anschließend hielten sie eine Hand so lange in ein Bad mit kaltem Wasser, bis der Schmerz nicht mehr auszuhalten war.


Cannabis beeinflusste Schmerzen von Frauen weniger

Männer waren unter Cannabis wesentlich schmerzunempfindlicher als Frauen und konnten den Schmerz länger tolerieren. Bei Frauen dagegen zeigte sich keine wesentliche Abnahme der Schmerzempfndlichkeit und die Schmerztoleranz stieg nur leicht an, kurz nachdem sie geraucht hatten. Sonstige Wirkungen der Droge unterschieden sich zwischen beiden Geschlechtern kaum.

Um Cannabis therapeutisch wirksam nutzen zu können, wären weitere Studien mit Frauen und Männern nötig. Wichtig sei auch die Klärung, warum die schmerzlindernede Wirkung bei den Geschlechtern verschieden ist, folgern die Wissenschaftler. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.08.16Zum AnfangZurück

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