Cannabis interessant bei Epilepsie

Noch immer leiden Menschen mit Krampfanfällen häufig unter Nebenwirkungen ihrer Medikamente. Auf der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten nehmen Forscher nun Cannabis genauer unter die Lupe.


Bisherige Therapien nicht immer zufriedenstellend

Rund 400.000 Menschen leiden alleine in Deutschland an Epilepsie. Zwar haben sich die Behandlungsmöglichkeiten immer weiter verbessert, doch noch immer kommt es auch unter Therapie bei jedem dritten Betroffenen weiterhin zu Krampfanfällen. Außerdem haben die eingesetzten Wirkstoffe teils starke Nebenwirkungen, die die Lebensqualität von Epileptikern beeinträchtigen können. Da sie stark auf das zentrale Nervensystem wirken, haben viele Patienten mit Problemen wie Müdigkeit und gesteigertem Appetit zu kämpfen. Das Interesse an möglichen neuen Wirkstoffen ist daher groß. 

Cannabidiol ist ein Inhaltsstoff der Hanfpflanze und derzeit Gegenstand verschiedener Untersuchungen. Zwei Studien mit Cannabidiol-haltigen Präparaten unterschiedlicher Hersteller zeigten nun eine Reduktion der Anfallshäufigkeit bei Patienten mit Epilepsieformen, die auf bisherige Therapien nicht ausreichend ansprechen. In beiden Studien kam zu einer raschen Verminderung der Anfälle bis zu 40 Prozent.


Ergebnisse noch nicht ausreichend

Zwar machen die Ergebnisse der Untersuchungen Cannabidiol interessant für neue Behandlungsansätze, noch sei es aber zu früh, um klare Schlussfolgerungen zu ziehen, so die Neurologen Kamil Detynieki und Lawrence Hirsch. Es sei ungewiss, wie hoch der Placeboeffekt in den Untersuchungen ist. Außerdem waren die Teilnehmer der Studien bereits zuvor in Behandlung, wodurch noch auszuschließen sei, dass der neue Wirkstoff nur die Wirkung bereits eingesetzter Medikamente verbessert.  

Dennoch sind die beiden Studien eine wichtige Grundlage für die weitere Forschung an Cannabidiol als Epilepsiemedikament. Weitere Untersuchungen mit dem Wirkstoff werden in Zukunft zeigen, wie hoch das Potential der Hanfpflanze bei der Therapie von Anfallsleiden ist. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.04.16Zum AnfangZurück

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