Brustkrebs: Soziale Medien unterstützen

Soziale Medien können Frauen mit frisch diagnostiziertem Brustkrebs eine echte Hilfe sein, fand eine Studie. Allerdings haben nicht alle Brustkrebspatientinnen Zugang, insbesondere wenn sie älter sind.


41 Prozent der Brustkrebspatienten sind online aktiv

Engagieren sich Frauen mit neuer Brustkrebsdiagnose in den sozialen Medien, empfinden sie sich bezüglich Behandlungsentscheidungen als überlegter und sind mit den gewählten Entscheidungen zufriedener, finden US-Krebsforscher heraus. Laut der Wissenschaftler der University of Michigan bestehe ein ungedeckter Bedarf an Unterstützung, wenn es um Therapieentscheidungen geht. 

Unterstützung hinsichtlich der Nutzung sozialer Medien und einer Online-Kommunikation in der klinischen Praxis könne aber nicht alle Frauen erreichen. Denn für viele Frauen bestünden Barrieren wie Alter, Bildung oder Herkunft. Nicht alle betroffene Frauen haben Zugang zu einer Online-Kommunikation.

Untersucht worden waren annähernd 2.500 Frauen mit frisch diagnostiziertem Brustkrebs. Sie machten Angaben zu ihrer Online-Nutzung. 41 Prozent gaben eine häufige Nutzung an, 35 Prozent nutzen Onlineservices, um zu schreiben und für E-Mails, zwölf Prozent engagierten sich in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter und weitere zwölf Prozent nahmen an unterstützenden Gruppen im Web teil. 
 

Soziale Medien können Stress reduzieren

Motivation für das Schreiben von E-Mails und Texten war vor allem, anderen die Diagnose mitzuteilen. Mit sozialen Medien und webbasierten Unterstützungsgruppen suchten die Frauen Austausch über Behandlungsoptionen und ärztliche Empfehlungen. Mit ihrem Engagement wollten viele Frauen den Umgang mit negativen Emotionen und Stress verbessern, die mit der Diagnose verbunden waren. 

Soziale Medien könnten hilfreich sein, so die Forscher. Allerdings könnten sie keine eindeutigen Empfehlungen aussprechen. Denn es sei unklar, auf welche Informationen Patientinnen stoßen und wie hoch deren Qualität sei. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "JAMA Oncology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.08.16Zum AnfangZurück

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