Brustkrebs: Häufige Virusinfektion als Mitursache?

Eine häufige Virusinfektion könnte zur Entwicklung von Brustkrebs beitragen. Das Eppstein-Barr-Virus löst das Pfeiffersche Drüsenfieber aus. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind infiziert und zumeist verläuft die Infektion harmlos oder bleibt ganz unbemerkt.

Das Eppstein-Barr-Virus ist eines von acht bekannten Herpesviren. Den meisten ist die Infektion als Pfeiffersches Drüsenfieber (Infektiöse Mononukleose) bekannt. Die Infektion ereignet sich meist im Kindes- oder Jugendalter. Die Viren werden vor allem über den Speichel übertragen und Beschwerden der Erkrankung äußern sich vor allem bei Infektionen in der Jugendzeit oder im Erwachsenenalter. Typisch sind grippeähnliche Beschwerden mit Kopf- und Gliederschmerzen, leichtem Fieber und Lymphknotenschwellungen. 


Virus verändert Stoffwechsel von Brustzellen

Die Virusinfektion steht in Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen, darunter verschiedene Krebsarten. Auch zeigten sich bereits Verbindungen zu Brustkrebs. Welche Rolle das Virus genau spielt, war aber bislang unklar. Gerburg Wulf des Beth Israel Deaconess Medical Center untersuchte nun in Kulturen primäre Brustepithelzellen, wenn das Virus anwesend war.

Das Virus band an den sogenannten CD21-Rezeptor normale Brustzellen und infizierte diese. Die Zellen nahmen in der Folge Eigenschaften von Stammzellen an, die sich teilen. Brustzellen teilen sich normalerweise nicht. Wurden die Zellen dann Mäusen implantiert, kam es zu einer Kooperation mit verschiedenen krebsauslösenden Eiweißen, die brustkrebsfördernd wirken. Eine Genanalyse der infizierten Brustzellen ergab Charakteristika, wie sie bei aggressivem, östrogen-rezeptor-negativem Brustkrebs gefunden werden.


Impfung könnte möglicherweise vor Folgekrankheiten schützen

Infizieren sich junge Frauen mit dem Virus, könnten ihre Brustzellen infiziert werden, so die Wissenschaftler. Während das für die meisten keine Konsequenzen hätte, könnten es bei anderen über Narben im Erbmaterial zu Stoffwechselveränderungen in den Zellen kommen. Diese kleinen Veränderungen könnten Jahrzehnte später zu Brustkrebs führen, heißt es in "EBio Medicine".

Hilfreich könnte eine Impfung gegen das Eppstein-Barr-Virus ein. Damit ließen sich spätere Krebserkrankungen vermeiden. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.08.16Zum AnfangZurück

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