Blutvergiftung durch zu viel Sport

Wer extrem Sport treibt, tut seiner Gesundheit unter Umständen nichts Gutes. Forscher finden ein erhöhtes Risiko für eine Blutvergiftung (Sepsis) bei Menschen, die ihren Körper extrem fordern, etwa beim Marathon. Darauf weisen Blutuntersuchungen hin.

 

Experten der Monash Universität in Australien überwachten Sportler, die an extremen Ausdauerveranstaltungen teilnahmen, etwa 24-Stunden-Ultramarathons oder Läufe an aufeinanderfolgenden Tagen.

 

 

Trainierte Sportler sind im Vorteil

 

Blutproben vor und nach dem Lauf zeigten, dass extrem anstrengender Sport über längere Zeitspannen die Darmwand verändern und die dort natürlich vorkommenden Bakterien in das Blut übertreten und Giftstoffe freisetzen. Dies aktiviert das Immunsystem und führt zu einer gefährlichen entzündlichen Reaktion des gesamten Körpers, ähnlich einer Entzündung durch eine Infektion.

 

Dabei verfügten Sportler, die fit und gesund waren und ein stetiges Trainingsprogramm verfolgten, über ein Immunsystem, das dem beschriebenen Effekt entgegenwirkte. Personen aber, die den Sport bei hohen Temperaturen ausführten und weniger trainiert waren, setzten den Körper Strapazen aus, die die Schutzmechanismen des Körpers überstiegen.

 

 

Experten fordern Richtlinien

 

Im Blut fanden sich von den Bakterien freigesetzte Giftstoffe, die zu einer heftigen entzündlichen Reaktion führten. Im Extremfall führt diese Reaktion zur Blutvergiftung und einer durch sie verursachte lebensgefährlichen Entzündungsreaktion. Etwa die Hälfte der untersuchten Extremsportler wiesen Blutwerte auf, die sich auch bei einer Blutvergiftung finden lassen und die eine Krankenhausbehandlung notwendig machte, so die Wissenschaftler im "International Journal of Sports Medicine" und in "Exercise Immunology Reviews".

 

Die Forscher fordern Richtlinien für Menschen, die an Extremsportveranstaltungen des Ausdauersports teilnehmen möchten. Diese sollten zunächst einen Gesundheitscheck erhalten, dann ein ausgearbeitetes Trainingsprogrammm, das Fitness und Ausdauer aufbaut.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.06.15Zum AnfangZurück

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