Bluthochdruck? Kaffee stört Diagnose und Therapie

Steht in den nächsten Tagen eine Untersuchung des Blutdrucks an, empfiehlt es sich, die gelegentliche Tasse Kaffee durch ein anderes Getränk zu ersetzen. Die ermittelten Blutdruckwerte könnten sonst höher ausfallen. Studiendaten zeigen, dass auch die Behandlung des Bluthochdrucks durch gelegentlichen Kaffeekonsum negativ beeinflusst wird. 


Wer regelmäßig Kaffee trinkt, scheint weniger gefährdet

Koffeinierter Kaffee kann akut den Blutdruck steigern. Bei entkoffeiniertem Kaffee dagegen lässt sich diese Wirkung nicht nachweisen. Experten vermuten, dass Kaffee auch das Auftreten von Herzkreislaufkrankheiten beeinflussen könnte. Allerdings sollen Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, davon weniger betroffen sein, da sie Kaffee eher tolerieren und negative Wirkungen ausbleiben. Die Häufigkeit des Kaffeetrinkens scheint also durchaus relevant zu sein. Für gelegentliche Kaffeetrinker könnte es anders aussehen.

Eine aktuelle Studie im "American Journal of Hypertension" offenbart jetzt, wie gelegentliches Kaffeetrinken auf den Blutdruck wirkt. Offenbar beeinflusst es auch die Wirkung von Kalziumkanalblockern, Medikamenten, die gegen den Bluthochdruck eingesetzt werden und den Blutdruck senken. Diese Gruppe von Medikamenten entspannen und erweitern Blutgefäße, sodass sich der Querschnitt der Blutgefäße vergrößert und das Blut ungehindert mit geringerem Druck fließen kann.
 
Die Wissenschaftler starteten mit 13 durchschnittlich 52 Jahre alten Personen, die einen normalen Blutdruck aufwiesen, ein Experiment. Vor der Durchführung von drei Tests tranken die Studienteilnehmer keinen Kaffee, nahmen keine koffeinierten anderen Lebensmittel, keinen Alkohol, keinen Tabak, keine Grapefruit und keine Medikamente zu sich, um den normalen Druck zu erfassen. Denn diese Faktoren könnten sich auf den Blutdruck auswirken.


Kaffee könnte Wirkung von Bluthochdruckmedikamenten blockieren

In den verschiedenen Tests, die in einwöchigen Abständen stattfanden, erhielten Teilnehmer separat schwarzen Kaffee, die maximal empfohlene Menge eines Kalziumkanalblockers oder Teilnehmer nahmen Kaffee und den Kalziumkanalblocker gleichzeitig zu sich.

Hatten Teilnehmer nur zwei Tage lang keinen Kaffee getrunken, war bereits so viel Koffein abgebaut, dass der Blutdruck bei erneutem Kaffeekonsum anstieg. Nach nur einer Tasse zeigte sich, dass der Blutdruck am stärksten anstieg. Der Anstieg des Drucks ereignete sich in der ersten Stunde nach dem Trinken und hielt mehrere Stunden lang an. 

Bei Testpersonen, die Kaffee getrunken und zusätzlich den Kalziumkanalblocker erhalten hatten, sank der Blutdruck weniger als unter einer Medikamentenbehandlung allein, also ohne dass sie vorher Kaffee getrunken hatten. Kaffee schien die Wirkung des Medikaments teilweise zu blockieren.

Bereits der morgendliche Kaffee könnte die Diagnose und Behandlung des Bluthochdrucks beeinflussen, folgen die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.09.16Zum AnfangZurück

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