Blutdruckmedikamente abends einnehmen?

Wer seine Medikamente gegen einen hohen Blutdruck abends einnimmt, hat möglicherweise ein geringeres Risiko an Diabetes zu erkranken. Die Ursache liegt in der verbesserten nächtlichen Blutdruckkontrolle.

 

 

Nächtliche Blutdruckwerte weisen auf Diabetsrisiko hin

 

Spanische Wissenschaftler empfehlen Patienten, die gegen ihren hohen Blutdruck Medikamente einnehmen und noch keine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) aufweisen, ihre Medikamente vor dem Schlafengehen einzunehmen.

 

Die Forscher der Universität von Vigo hatten in zwei Studien die Auswirkungen des nächtlichen Blutdruckes auf das Diabetesrisiko untersucht. Der Blutdruck des Menschen unterliegt tageszeitlichen Schwankungen, und auch in der Nacht verändern sich die Werte mit frühmorgendlichen Bluthochdruckspitzen. Ein nicht behandelter Bluthochdruck steht in Verbindung mit dem sogenannten metabolischen Syndrom, eine Kombination aus verschiedenen Erkrankungen, die das Risiko für Herzgefäßerkrankungen und den Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes erhöhen.

 

In der ersten Studie ermittelten Ramón Hermida und Kollegen an über 2.600 Studienteilnehmern mit verschiedenen Blutdruckwerten den Vorhersagewert des Blutdruckes hinsichtlich des Diabeteserkrankungsrisikos. Nach knapp sechs Jahren hatten 190 Teilnehmer eine Diabeteserkrankung entwickelt. Es stellte sich heraus, dass die Blutdruckwerte zur Schlafenszeit einen wichtigen Hinweis auf eine mögliche spätere Diabeteserkrankung lieferten.

 

 

Forscher: Alle Blutdruckmedikamente abends einnehmen

 

Dies brachte die Wissenschaftler auf die Idee, dass die Blutdrucksenkung zur Schlafenszeit eine ganz neue Methode sein könnte, der Diabeteserkrankung vorzubeugen. Sie starteten deshalb eine zweite Studie, in der sie diese Hypothese überprüften. Über 2.000 Studienteilnehmer mit hohem Blutdruck sollten alle Blutdruckmedikamente entweder morgens nach dem Erwachen oder abends vor dem Zubettgehen einnehmen. Keiner der Teilnehmer wies zu Beginn der Studie eine Diabeteserkrankung auf.

 

Teilnehmer, die ihre Medikamente abends einnahmen, wiesen deutlich geringere Blutdruckwerte in der Nacht auf als jene, die ihre Medikamente morgens einnahmen. Das Risiko für eine Diabeteserkrankung ließ sich durch die Medikamentenverabreichung am Abend um 57 Prozent senken, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Diabetologia". Die Wissenschaftler empfehlen deshalb Bluthochdruckpatienten ohne Diabetes, ihre Medikamente vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.10.15Zum AnfangZurück

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