Blutdruckhormon beeinflusst Gewicht

An Übergewicht und Fettleibigkeit sind Hormone möglicherweise mehr beteiligt als bislang bekannt. Forscher stoßen auf einen Zusammenhang mit einem Hormonsystem, dass an der Blutdruckregulation beteiligt ist.


Ort der Hormonaktivität entscheidet über Wirkung

Das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteronsystem ist für den Flüssigkeits- und Salzhaushalt bedeutsam. Er beeinflusst außerdem den Blutdruck. Einige Studien ergaben bereits Hinweise darauf, dass dieses Hormonsystem auch für die Energiebalance und den Stoffwechsel eine Rolle spielt. Das legt den Verdacht nahe, dass auch das Körpergewicht darüber beeinflusst werden könnte.

Justin Grobe und Mitarbeiter der University Iowa bestätigen dies nun in einer aktuellen Studie. Demnach entscheidet darüber, ob die Hormone gewichtssteigernd oder -senkend wirken, vor allem, wo sie wirken. Sind die Hormone im Gehirn aktiv, steigert das den Energieverbrauch und kurbelt den Stoffwechsel an, sodass mit einer Gewichtsabnahme zu rechnen ist.

Ist die Aktivität aber in oberflächlichen Bereichen gesteigert und zirkulieren die Hormone im Blut des übrigen Körpers, wird der Stoffwechsel herabgesetzt und es kommt eher zu einer Gewichtszunahme. Laut Forscher sei die Wirkung im Gehirn mit einem Gaspedal vergleichbar, der Effekt im übrigen Körper eher mit einer Bremse.


Eröffnen sich neue Behandlungswege von Übergewicht?

Besonders in oberflächlich gelegenem Fett im Bereich der Hüfte ließ sich eine erhöhte Wärmebildung nachweisen, nicht aber in tieferem Fettgewebe. Das oberflächliche unter der Haut gelegene Fett gilt als weniger ungesund, das tiefe organnah gelegene dagegen steht mit Erkrankungen wie Diabetes mellitus 2 in Verbindung.

Zu den Ergebnissen waren die Wissenschaftler anhand von Versuchen mit Mäusen gekommen. Diese waren genetisch so verändert, dass die Hormonaktivität im Gehirn stark gesteigert war. Bei gleicher Ernährung und Belastung wiesen die Tiere im Vergleich zu Mäusen mit nicht veränderter Erbsubstanz einen gesteigerten Stoffwechsel und damit einen Gewichtsverlust auf.

Aktivierten die Forscher die Aktivität im übrigen Körper, nahmen die Tiere Gewicht zu, auch wenn sich die Ernährung nicht veränderte. Die Forscher vermuten, dass auch beim Menschen eine erhöhte Aktivität des Hormonsystems außerhalb des Gehirns mit einer Gewichtszunahme verbunden ist. Ihre Studie veröffentlichten sie in "Cell Reports". Vielleicht lässt sich zukünftig über eine Beeinflussung der Hormonaktivität Gewicht reduzieren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.08.16Zum AnfangZurück

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