Bewegung lässt graue Zellen wachsen

Wer rastet der rostet, das ist schon lange bekannt. Doch ausreichend Bewegung im Alter hält nicht nur den Körper fit, sondern schützt auch den Geist vor Ermüdung.


Aktivität im Alter beugt Alzheimer vor

Schwindet die graue Substanz in bestimmten Hirnabschnitten im Laufe des Alters, leiden Betroffene in der Folge unter Vergesslichkeit und dem Verlust anderer geistiger Fähigkeiten – sie werden möglicherweise demenzkrank. Patienten mit Alzheimer und anderen Demenzerscheinungen weisen signifikant geringere Mengen grauer Hirnmasse auf als gleichaltrige Gesunde. Forscher an der Universität von Pittsburgh fanden nun heraus, dass man diesem Abbau aktiv mit körperlicher Aktivität entgegenwirken kann. Denn Bewegung regt das Wachstum der grauen Zellen im Gehirn an.

Doch nicht nur Gesunde können von den Erkenntnissen der Studie profitieren und sich mithilfe sportlicher Aktivität vor Demenzerkrankungen schützen. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass auch bereits an Alzheimer leidende Menschen ihr Gedächtnis und ihre kognitiven Fähigkeiten mit Bewegung verbessern können. So weisen Hirnscans Erkrankter in Zeiten höherer Aktivität auch eine größere Menge grauer Substanz auf.



Kalorienverbrauch ausschlaggebend

Ob Senioren walken, schwimmen oder sich im Garten betätigen, ist dabei nicht entscheidend. Ausschlaggebend für die Stimulation der grauen Substanz ist die Höhe des Kalorienverbrauchs. Je mehr Energie sie verbrennen, desto besser können Menschen höheren Alters ihr Gehirn vor Demenzerscheinungen schützen.

Die Wissenschaftler um Cyrus A. Raji werteten die Daten und Hirnscans von 876 Patienten der vorangegangenen fünf Jahre aus. Den Ergebnissen nach hatten die Studienteilnehmer mit dem höchsten täglichen Energiebedarf ein nur halb so großes Risiko, innerhalb der folgenden fünf Jahre an Alzheimer zu erkranken als weniger aktive Männer und Frauen. Bereits Erkrankte, die ihr Aktivitätslevel in diesem Zeitraum steigerten, konnten das Volumen ihrer grauen Substanz nachweislich vergrößern.

Statt zu warten, bis Patienten Demenzerscheinungen entwickeln, könne man diesen zukünftig helfen ihren Alltag aktiver zu gestalten, so Raji. Dann ließe sich durch wiederholte MRT-Aufnahmen feststellen, ob sich Volumenänderungen in der grauen Substanz nachweisen lassen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.03.16Zum AnfangZurück

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