Besser lernen mit Sport

Egal, ob für das Examen gelernt wird oder lediglich das Gehirn ein wenig auf Trab gebracht werden soll – Bewegung nach Lerneinheiten ist eine große Hilfe und lässt Gelerntes dort bleiben, wo es sein soll: im Gedächtnis. Das ergab eine australische Studie. Besonders Frauen profitieren dabei von körperlicher Aktivität.


Lernen und Bewegung: Forscher machen mehrere Experimente

Nur fünf Minuten leichte körperliche Aktivität verhalf jungen Frauen in einer aktuellen Studie zu einem besseren Gedächtnis nach dem Lernen. Ergebnisse der Untersuchung wurden im Journal "Cognitive Research: Principles and Implications" veröffentlicht. Die Psychologen der University of New South Wales in Sydney hatten in vier Experimenten 256 junge Menschen untersucht.

Im ersten Experiment wurden 74 Studenten im Alter von durchschnittlich 20 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe betätigte sich vor einer kognitiven Aufgabe fünf Minuten leicht körperlich, die andere ging anderen nicht körperlichen Aktivitäten nach. Die Teilnehmer sollten sich Paare von Gesichtern und Namen merken. 24 Stunden später untersuchten die Forscher das Gedächtnis hinsichtlich des Gelernten. Sie wiederholten dann das Experiment, ließen die Probanden jedoch nach der kognitven Aufgabe der fünfminütigen sportlichen Aktivität nachgehen.

In einem zweiten Experiment untersuchten die Forscher, welche Auswirkungen Schlaf auf das Lernen unter den Bedingungen des ersten Experiments hatte. Im Schlaf wird Gelerntes verfestigt, zeigen Studien. Das Gedächtnis der Teilnehmer wurde also am gleichen Tag und nicht nach einer Nacht Schlaf getestet.

Im dritten Experiment wurde die Lernaufgabe verändert und die Teilnehmer sollten sich nicht Namen-Gesichtspaare merken, sondern abstraktere Formen. Die Forscher gingen davon aus, dass dies schwerer ist, weil das zu Lernende neutraler ist.


Lässt Bewegung nur Frauen besser lernen?

Es zeigte sich, dass Frauen, die sich nach der Lernphase bewegten, besser in Gedächtnistests abschnitten als Frauen, die sich im Anschluss an die Lernaufgabe nicht bewegten. Diese Auswirkungen der Bewegung auf das Gedächtnis ließen sich bei Männer jedoch nicht nachweisen. Über die Ursache können die Forscher nur spekulieren. Möglicherweise liegt in den Experimenten selbst der Fehler. In der Aufgabe Gesichter-Namen wurden nur männliche Gesichter präsentiert. Hier könnten Frauen stärker reagieren als Männer und das Experiment wäre möglicherweise anders ausgegangen, wenn auch weibliche Gesichter gezeigt worden wären.

Die Forscher gehen aber davon aus, dass Bewegung, die direkt auf Lernphasen folgt, das Gedächtnis fördert und hilft, Erlerntes auch zu behalten. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.09.17Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: