Bei Mobbing müssen Eltern reagieren

Eltern sollten hellhörig werden, wenn ihr Kind sich plötzlich zurückzieht. Denn das kann ein Zeichen für Mobbing sein. Darauf kann etwa hindeuten, wenn Kinder nichts mehr aus ihrem Alltag erzählen. Sie wollen so vermeiden, dass etwas durchsickert. Auch wenn keine Freunde mehr zu Besuch kommen oder anrufen, ist Mobbing vielleicht die Ursache. Eine plötzliche Verschlechterung in der Schule oder allergische Reaktionen ohne erkennbare Ursache können weitere Anzeichen sein. Denn Stress durch systematische Schikane äußert sich unter Umständen auch körperlich.

Wichtig für die Eltern ist, ihr Kind aufmerksam zu beobachten. Die Eltern kennen die Gewohnheiten ihres Kindes. Wenn diese sich verändern, sollten sie ihr Kind darauf ansprechen. Dann kann es sein, dass das Kind mit den Informationen rausplatzt oder erst einmal beschwichtigt. Egal, wie das Kind im ersten Moment reagiert: Es weiß nun, dass die Eltern auf die Situation aufmerksam geworden sind. Sie erzeugen so Offenheit. Es kann dann noch einige Wochen dauern, bis das Kind auf die Eltern zukommt.

Eltern müssen ihrem Kind in einem ersten Schritt vermitteln, dass es an dem Problem nicht selber schuld ist. Es ist das Fehlverhalten der anderen. Danach sollten sie mit der Schule Kontakt aufnehmen. Mobbing lebt von der Klassendynamik. Daher ist auch die Schule dafür verantwortlich, das Problem zu lösen.

Eltern können sich bei solchen Problemen auch an spezielle Beratungseinrichtungen wenden: In Hannover zum Beispiel gibt es seit kurzem eine Beratungsstelle für Opfer von Diskriminierung und sexueller Gewalt in Schulen und Kitas. Seit September gingen bei der Hotline schon mehr als 100 Anrufe ein, meist zum Thema Mobbing. Manche Eltern wenden sich nicht so gerne direkt an die Schule, weil sie sich bei einer übergeordneten Stelle besser aufgehoben fühlen.

An die Eltern der Täter heranzutreten, ist keine gute Idee. Das führt oft zur Eskalation. Außerdem kann ein solches Gespräch auch die Eltern verletzen. Denn sie müssen sich dann anhören: Mein Kind tut so etwas nicht, dann ist Ihr Kind selber schuld. Besser ist es, gemeinsam mit dem Kind eine Vertrauensperson zu finden, die Gespräche moderieren kann und in das Netzwerk eingebunden ist, in dem das Mobbing stattfindet. Das kann zum Beispiel ein Lehrer sein oder der Trainer im Sportverein. Oder der Mitarbeiter einer Beratungsstelle.

Quelle: dpa30.12.12Zum AnfangZurück

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