Bei Jobs im Stehen Muskeltraining

Rund 16,5 Millionen Menschen haben laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin einen Job, in dem sie zumindest teilweise ihre Arbeit im Stehen machen müssen. Beschwerden reichen von Muskel- und Gelenkproblemen über den Kreislauf bis hin zu Krampfadern. Dabei ist die Haltung selbst nicht das Schlimmste. Stehen an sich ist ja zunächst einmal ungefährlich. Zum Problem werde die Belastung immer dann, wenn Berufstätige ihre Muskeln nicht ausreichend trainieren. Regelmäßige Übungen sind deshalb das A und O.
Um negative Auswirkungen des Stehens auf den Körper abzumildern, helfen vor allem Gymnastik oder Techniken wie Pilates. Alle Sportarten, bei denen eine Drehung im Rumpf vorkommt, eignen sich. Auch Joggen, Walken oder Schwimmen sind ein guter Ausgleichssport. Jeder Spaziergang eigne sich. Bei der Prävention heißt das Zauberwort Bewegung. 
Um die Muskeln zu trainieren, sollten Arbeitnehmer jedoch nicht warten, bis die Freizeit beginnt. Mit der Bewegung können Berufstätige gleich bei der Arbeit anfangen: Man kann folgende Übung machen: Man stellt sich an eine Wand, rutscht hinunter und bleibt dann im 90-Grad-Winkel hocken, als würde man sitzen. Auch sich einfach mal zu drehen und zu dehnen zwischendurch, hilft schon total viel. Viel Fitness an drei bis vier Tagen pro Woche, das macht die Beschwerden schon besser.
Während der Arbeit sollten Berufstätige darauf achten, dass sie ihr Gewicht immer wieder von einem Bein auf das andere verlagern. Dazu stellen Arbeitnehmer am besten abwechselnd einen Fuß nach vorne. Dadurch werden immer wieder verschiedene Bänder, Gelenke und Muskeln belastet.
Dem naheliegendsten Reflex dürfen sie jedoch nicht zu oft nachgeben. Man sollte sich nicht hinsetzen. Dann bleibt alles Blut unten in den Beinen. Erst durch die Bewegung springt die Venenpumpe an.
Trotzdem: Nicht jeder Berufstätige hat die Zeit, dauernd spazieren zu gehen oder Fitness zu machen. Ein ähnlicher Effekt lässt sich jedoch auch erzielen, wenn Arbeitnehmer einige Schritte auf den Zehenspitzen gehen oder abwechselnd die Füße auf einen Stuhl stellen. Das Schlimmste ist, die ganze Zeit in einer Position zu verharren - egal, ob es Sitzen oder Stehen ist.
Doch nicht nur Rückenschmerzen sind oft Folgen des langen Stehens. Es können sich auch Krampfadern bilden. Dagegen können Kompressionsstrümpfe helfen. Durch das lange Stehen kann sich auch der Fuß senken, was sich durch Einlagen korrigieren lässt. High Heels und höhere Absätze sind unbedingt zu vermeiden, da Vorfuß und Sprunggelenk extrem stark belastet werden.
Die Arbeitnehmer sollten auf richtiges Schuhwerk mit niedrigen Absätzen achten. Von der Kasse oder dem Arbeitgeber bekommen Arbeitnehmer solche Schuhe jedoch nicht bezahlt, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.  Viele Arbeitgeber erteilen aber einen Zuschuss, wenn Arbeitnehmer nach einem kostenlosen Sportkurs, nach Stehhilfen oder ergonomischen Schreibtischstühlen fragen.

Quelle: dpa03.02.13Zum AnfangZurück

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