Bandscheibenvorfall: Operation oder lieber nicht?

Wer einen Bandscheibenvorfall erleidet, kann sich oftmals zwischen konservativer Behandlung oder Operation entscheiden. Die Entscheidung fällt aber mitunter schwer. Entscheidungshilfen kann ein gut informierter Arzt bieten.

Bandscheibenvorfälle ereignen sich am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelwirbelsäule. Die meisten Betroffenen sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Ist die Diagnose erst einmal gestellt, haben 90 Prozent der Betroffenen die Wahl: Operation oder doch lieber eine nicht-operative, konservative Behandlung?

 

Manchmal ist eine Operation nötig

Bei der Entscheidungsfindung ist die ausführliche ärztliche Beratung bedeutsam, so die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) anlässlich der Neurowoche in München. Studien ergaben, dass beide Methoden ähnlich gut wirksam sind und mit geringen Nebenwirkungsraten verbunden sind. Operierte Patienten sind jedoch meist rascher wieder beweglich und gesund.

 

Für einige Betroffene kommt jedoch nur die Operation in Frage. Wenn der Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen oder Verlust der Blasen und Mastdarmkontrolle einhergeht, ist eine Operation angeraten. Ohne neurologische Ausfälle lassen sich jedoch durch konservative Maßnahmen wie Schmerzbehandlung, Schonung, Wärmetherapie und Krankengymnastik gute Verbesserungen und Beschwerdefreiheit erzielen. Muskelaufbau durch Sport schützt vor weiteren Beschwerden.

 

Die Entscheidung für oder gegen eine Operation muss für und mit jedem Patienten individuell abgewogen werden. Lebenssituation und Präferenzen des Patienten sollten in die Entscheidung mit einfließen. Laut Fachgesellschaft stieg die Anzahl von Bandscheibenoperationen von 2005 bis 2011 um 25 Prozent. Nutzen und Risiken werden seither immer wieder diskutiert und verunsichern Betroffene.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.09.14Zum AnfangZurück

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