Babys lernen im Schlaf


Babys verschlafen einen großen Teil des Tages. Das ist sinnvoll und fördert die Hirnentwicklung, so britische und deutsche Forscher. Demnach ist die beste Zeit zu lernen kurz vor dem Schlaf und nicht etwa nach dem Erwachen, wie viele Eltern denken.

 

 

Spiel mit Handpuppen: Wer kann es sich merken?

 

Es ist bekannt, dass Erwachsene im Schlaf Gelerntes festigen und es anschließend besser abrufen können. Ob das auch für kleine Kinder oder Babys zutrifft, war bislang nicht klar, denn hierzu gab es keine Forschungsarbeiten. Offensichtlich funktioniert Lernen aber auch bei den Kleinsten am besten, wenn über neue Eindrücke erst einmal geschlafen wird.

 

Wissenschaftler der Universität Sheffield in Großbritannien und der Ruhr Universität Bochum untersuchten 216 Babys im Alter zwischen sechs und zwölf Monaten in ihrem häuslichen Umfeld. Mit einem Handpuppentest spielten sie einer Gruppe von Babys Handlungen vor. Beim nächsten Besuch untersuchten sie, was die Kinder aus dem Spiel nachahmten, wenn sie die Puppe sahen. Manche Kinder waren nach dem Spiel mit den Handpuppen innerhalb von vier Stunden eingeschlafen, andere waren wach geblieben oder hatten nur sehr kurz geschlafen.

 

Einer Gruppe von Kindern wurde nur die Handpuppe präsentiert, jedoch keine Handlungen. Beim zweiten Besuch hielten die Forscher die Reaktionen auf die erneute Präsentation der Handpuppe fest.

 

 

Lernen kurz vor dem Schlaf am besten

 

Es zeigte sich, dass Babys, die innerhalb von vier Stunden nach der Handpuppenpräsentation mit Handlungen mindestens 30 Minuten geschlafen hatten, sich besser an die Handlungen der Puppe erinnerten und die Handlungen nachspielten als Kinder mit keinem Schlaf oder zu wenig Schlaf. Bei Schlafmangel waren die Kinder nicht in der Lage, sich Handlungen zu merken und diese nachzuahmen.

 

Deshalb empfehlen die Forscher auch, bestimmte Aktivitäten, wie Bilderbücher anschauen oder Geschichten vorlesen, am besten in die Zeit kurz vor die Schlafenszeit zu legen. Denn dies ist die beste Zeit, Gelerntes zu speichern und zu lernen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.01.15Zum AnfangZurück

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