Babynahrung: Kaufen oder Kochen?

Viele Mütter denken, es sei das Beste, für ihr Baby oder Kleinkind zu kochen. Den Vergleich zwischen "selbst kochen" und "Babynahrung kaufen" stellten Forscher in einer aktuellen Studie im "British Medical Journal" an. 


Gekaufte oder selbst gekochte Babynahrung; Zusammensetzung verschieden

Die Ernährung von Babys mit selbst gekochter Babynahrung im Vergleich zu Fertigprodukten in Gläschen ist meist etwas günstiger. Ein Nachteil: Trotz der enthaltenen frischen Nahrungsmittel ist die Energiedichte oftmals zu hoch und übersteigt Empfehlungen zum Fettgehalt, so das Ergebnis der Untersuchung.

Ab einem Alter von sechs Monaten empfiehlt es sich, Babys eine zusätzliche Beikost zu füttern. Das bedeutet aber nicht, dass das Stillen gänzlich aufgegeben werden sollte. Die feste Nahrung sollte aus einer Vielzahl verschiedener Nahrungsmittel bestehen, ausgewogen sein und wichtige Nährstoffe enthalten.

Britische Forscher verglichen Hunderte von fertigen Produkten und selbst gekochten Gerichten hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts, des Preises und ihrer Vielfalt miteinander. Die Mahlzeiten waren auf die entsprechenden Altersgruppen abgestimmt. Gekaufte Produkte waren in Supermärkten erhältlich.

Gekaufte und selbstgemachte Mahlzeiten unterschieden sich bezüglich ihrer Zusammensetzung: 16 Prozent der selbst gekochten Mahlzeiten basierten auf Pute, dies war bei 27 Prozent der Fertigprodukte der Fall. 19 Prozent der selbst gemachten Gerichte basierten auf Fisch, jedoch nur sieben Prozent der gekauften. Auf Fleischgrundlage aufgebaut waren 21 Prozent der selbst hergestellten Essen und 35 Prozent der kommerziellen Produkte. 44 Prozent der selbst angefertigten Gerichte und 33 Prozent der gekauften Produkte waren gemüsebasiert.


Selbst gemacht: Zu viel Energie kann Entwicklung schaden

Unterschiede bestanden in der Variation von Gemüse, wobei in selbstgekochten insgesamt mehr verschiedene Gemüsesorten enthalten waren. Bezogen auf das einzelne Gericht enthielt jedoch gekaufte Fertignahrung mehr verschiedene Gemüsesorten. Selbstgekochtes lieferte 26 Prozent mehr Energie und 44 Prozent mehr Eiweiß und Gesamtfett einschließlich gesättigter Fettsäuren im Vergleich zu Fertiggläschen.  

65 Prozent der kommerziellen Produkte deckten sich hinsichtlich der Energiedichte mit den Empfehlungen für die Ernährung von Babys. Die war aber nur bei einem Drittel der selbt angefertigten Mahlzeiten der Fall. 52 Prozent überschritten die Empfehlungen.

Dafür kostete Selbstgekochtes auch nur etwa die Hälfte der Fertigprodukte.

Laut Wissenschaftlern sollte die Energiedichte der Mahlzeiten die Empfehlungen nicht übersteigen, damit eine optimale Entwicklung garantiert ist. Zu viel Energie ist mit Gewichtsproblemen und möglichen folgenden gesundheitlichen Störungen verbunden. Grundsätzlich könnten Eltern bei den Mahlzeiten variieren, das heißt manchmal kochen und dazwischen Fertigprodukte anbieten. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.08.16Zum AnfangZurück

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