B-Vitamine mildern Schizophreniesymptome

Die Schizophrenie gilt als unheilbar. Deshalb besteht die Behandlung in erster Linie aus einer Linderung der Symptome. Forscher entdeckten, dass B-Vitamine die Symptome signifikant bessern können. 


Rückfälle bei Schizophrenie sind häufig

Weltweit leidet etwa ein Prozent der Bevölkerung unter einer Schizophrenie, wobei mehr Männer erkranken. Mit der Krankheit gehen schwere Symptome einher. Halluzinationen, Wahn, kognitive Funktionsstörungen sowie ruhelose und agitierte Körperbewegung sind nur einige davon. Sogenannte Negativsymptome wie fehlende Teilnahme an täglichen Aktivitäten, reduziertes Sprechen und eingeschränkter emotionaler Ausdruck schränken Betroffene zusätzlich ein.

Verfügbare Therapien sind vor allem Antipsychotika, die Symptome in den ersten Monaten der Behandlung oft effektiv verbessern, langfristig aber weniger wirkungsvoll sind. 80 Prozent der Schizophreniepatienten haben mit Rückfällen und dem erneuten Auftreten von Symptomen zu rechnen. 

Britische Forscher der University of Manchester entdeckten jetzt, dass es sich lohnen könnte, Patienten neben Antipsychotika B-Vitamine zu verabreichen. Die Forscher hatten Studien zum Thema Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralien bei Schizophrenie gesucht und waren auf acht Studien mit 832 Schizophreniepatienten gestoßen, die eine antipsychotische Therapie machten.


Forscher: Vitamin B wirkt am besten in früher Krankheitsphase

Den im Fachjournal "Psychological Medicine" veröffentlichten Ergebnissen dieser Studien zufolge konnten hochdosiertes Vitamin B6, B8 oder B12 Schizophreniesymptome signifikant senken. Auch die Kombination von verschiedenen Vitaminen war wirksam. Mit niedrig dosiertes Vitaminen war allerdings kein Erfolg zu erzielen. 

Es zeigte sich, dass B-Vitamine besonders in der Frühphase der Krankheit gut wirksam sind. Patienten mit der kürzesten Krankheitsdauer profitieren am meisten von der Vitaminbehandlung.

In Anbetracht der eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten der Schizophrenie könnten diese Studienergebnisse einen großen Fortschritt in der Therapie bedeuten, so die Wissenschaftler. Die Studien hätten zum Teil verschiedene Ergebnisse erbracht und möglicherweise profitierten nicht alle Patienten gleichermaßen. Weitere Untersuchungen könnten hier Klarheit bringen. Auch der genaue Wirkmechanismus ist unklar.

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.03.17Zum AnfangZurück

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