Autounfall: Senioren erholen sich schlecht

Kommt es bei älteren Menschen zu einem Autounfall, haben diese oft länger mit den Unfallfolgen zu kämpfen als jüngere Unfallopfer, zeigt eine Untersuchung von Notfallmedizinern. Noch Monate nach dem Unfall machen ihnen Schmerzen zu schaffen, die die Lebensqualität beeinträchtigen und ein selbstständiges Leben erschweren oder unmöglich machen.

 

 

Immer mehr ältere Unfallbeteiligte

 

Verletzungen, die junge Menschen relativ schnell wegstecken, können älteren Menschen lange Zeit Probleme bereiten und für Einschränkungen im täglichen Leben und eine verminderte Lebensqualität sorgen. Oftmals entsteht ein Teufelskreislauf aus Schmerz und Einschränkungen, wissen Ärzte der Notfallabteilung in der Universitätsklinik von North Carolina Chapel Hill. Dabei schätzen die Forscher, dass sich die Anzahl älterer an Unfällen beteiligter Menschen in den kommenden zwei Jahrzehnten nahezu verdoppeln wird.

 

Die Untersuchung von älteren Unfallopfern zeigte, dass fast Dreiviertel zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Notfallabteilung moderate bis starke Schmerzen angaben. Nach sechs Monaten waren es immer noch 26 Prozent, die über mittelstarke bis starke Schmerzen klagten. Von den Senioren mit anhaltenden Schmerzen hatten 73 Prozent körperliche Funktionseinbußen hinzunehmen, 23 Prozent mussten ihre Lebenssituation deshalb verändern oder waren auf zusätzliche Hilfe angewiesen. Auch besuchten Senioren mit anhaltenden Schmerzen häufiger wiederholt die Notfallabteilung.

 

 

Einstellung und Depression als Risikofaktor

 

Patienten mit andauernden Schmerzen mussten sechs Monate nach dem Unfallereignis häufig Schmerzmedikamente einnehmen, ein nicht unerheblich großer Teil war sogar auf starke Schmerzmittel wie Opioide angewiesen.

 

Für die Entwicklung der Schmerzen schien die Einstellung der Patienten sowie die Gemütslage eine Rolle zu spielen. Wer vermutete mehr als 30 Tage für die Genesung zu benötigen und depressive Symptome zeigte, entwickelte eher anhaltende Schmerzen, heißt es in den "Annals of Emergency Medicine".

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.07.15Zum AnfangZurück

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