Autismus birgt verstecktes Todesrisiko

Menschen mit Autismus tragen ein erhöhtes Risiko für einen frühen Tod. Bis zu 30 Jahre Lebenszeit kann die Erkrankung einer Studie zufolge kosten. Laut Wissenschaftler sind die Studienergebnisse schockierend.


Schwedische Forscher untersuchen große Datenmenge

Autismus und Autismus-Spektrum-Störungen sind Entwicklungsstörungen, die durch sich wiederholende Verhaltensweisen und problematische soziale Interaktionen sowie Kommunikationsstörungen gekennzeichnet sind. Daneben spielen Lernschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsprobleme, Aggressionen und Hyperaktivität symptomatisch eine Rolle. Wieviele Menschen in Deutschland betroffen sind, ist unklar. Nach Zahlen aus Europa, Kanada und den USA sind sechs bis sieben von 1.000 Personen betroffen.

Zwischen autistischen Störungen und einem vorzeitigen Tod gibt es Zusammenhänge, zeigen Studien. Die meisten Untersuchungen jedoch waren zu klein, um das Todesrisiko von Autismuspatienten mit dem Gesunder realistisch vergleichen zu können.

Einen effektiveren Vergleich stellten nun Professor Sven Bölte und Mitarbeiter des Karolinska Institutes in Schweden an. Sie analysierten die Daten von über 27.000 Patienten und mehr als 2,6 Millionen Kontrollpersonen aus zwei bevölkerungsbasierten Registern. 6.400 der Menschen mit Autismus waren intellektuell eingeschränkt.


Epilepsie und Suizid als Haupttodesursachen

Von Autismus Betroffene wiesen gegenüber Menschen ohne diese Störung ein 2,5-fach erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod auf. Durchschnittlich starben Autismuserkrankte 18 Jahre früher. Bei Personen mit Autismus und intellektueller Einschränkung ergab sich ein um 30 Jahre verkürztes Leben. Haupttodesursache in dieser Gruppe der Patienten war eine Epilepsie. Bei Austismuskranken ohne intellektuelle Einschränkung ergab sich als Haupttodesursache der Suizid, schreiben die Wissenschaftler im "British Journal of Psychiatry".

Die Forscher halten diese Zahlen für beschämend und völlig inakzeptabel. Manch ein Autismuspatient würde seinen 40. Geburtstag nicht erreichen. Hier stünden Regierungen in der Verantwortung.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.03.16Zum AnfangZurück

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