Arthrose: Gelenkersatz steigert Herzrisiko

Patienten, die wegen einer Arthrose ein künstliches Gelenk an Knien oder Hüfte erhalten, haben ein höheres Herzinfarktrisiko kurz nach dem Eingriff. Langfristig könnte auch das Risiko einer Thrombose und Embolie in den Venen erhöht sein.

 

 

Arthrose: Gelenkersatz-OP häufig nötig

 

Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der das Gelenk verschleißt. Betroffen sind oftmals die Gelenke von Hand, Wirbelsäule, Hüfte, Knien und Großzehen. Bei der Erkrankung kommt es zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels, die die Enden von Knochen auskleiden. Ohne den schützenden Knorpel reiben die Knochenflächen aufeinander. Eine Heilung der Arthrose gibt es nicht und verlorener Knorpel lässt sich nicht ersetzen. Allerdings lassen sich Verbesserungen oftmals mit Gewichtreduktion, physikalischer Therapie und Medikamenten erzielen.

 

In schwereren Fällen jedoch ist möglicherweise ein Gelenkersatz notwendig.  Die häufigsten Gelenke, die mit einem künstlichen Gelenk versorgt werden, sind Knie und Hüfte. Mit dem neuen Gelenk sind Schmerzen dann oftmals reduziert und die Lebensqualität verbessert sich. Wie sich die Eingriffe aber auf das Herzkreislaufsystem auswirken, ist unklar. Einige Studien wiesen eine positive Wirkung nach.

 

US-Forscher nahmen die Herzgesundheit nun genauer unter die Lupe und analysierten die Daten von fast 14.000 Patienten, die ein künstliches Kniegelenk erhalten hatten und verglichen die Daten mit Menschen, die keinen Gelenkersatz hatten.

 

 

Nach OP ist Herz gefährdet, später eher die Venen

 

In der Nachbeobachtungszeit von etwa über vier Jahren entwickelten 306 Patienten einen Herzinfarkt. Von den Patienten ohne Gelenkersatz waren dies nur 286 Personen. Laut Forschern war das Herzinfarktrisiko insbesondere im ersten Monat nach der Operation signifikant erhöht und fiel dann ab. Bei Patienten mit Hüftgelenkersatz war das Risiko bis zu sechs Monate nach der Operation erhöht. Langfristig jedoch wiesen sie gegenüber nicht Operierten ein verringertes Herzrisiko auf.

 

Auch eine tiefe Beinvenenthrombose und eine Lungenembolie kamen Jahre nach einem Gelenkersatz häufiger vor. Bei einer tiefen Beinvenenthrombose bilden sich in den tieferen Bein- oder Beckenvenen Blutgerinnsel, die das Gefäß verengen bzw. verstopfen. Reißt sich dieses Blutgerinnsel los und wird mit dem Blutstrom davon getragen, kann es zur Lungenembolie kommen, die zu einem Absterben von Lungengewebe führt und je nach Ausdehnung lebensgefährlich ist.

 

Kurz nach einem Gelenkersatz an Knien oder Hüfte ist als Herzinfarktrisiko erhöht. Später kommt es häufiger zu tiefen Venenthrombosen. Die Ursachen des Zusammenhangs sind nicht geklärt, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Arthritis & Rheumatology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.09.15Zum AnfangZurück

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