Arbeitsmarkt: Schön und erfolgreich

Gutes Aussehen ist ein Plus, wenn man sich um einen Job bewirbt. Denn Attraktive haben nicht nur bessere Aussichten, den Job zu bekommen, sie verdienen überdies mehr als weniger schöne Menschen. Das zeigt eine Untersuchung des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Schon Kinder und Jugendliche profitieren demnach von gutem Aussehen.

 

 

Schöne Kinder werden in Schule oftmals bevorzugt

 

Menschen, die gut aussehen, werden eher mit den Attributen vertrauenswürdig, kompetent und produktiv versehen. Diese Verbindung kann besonders in Berufen eine Rolle spielen, in denen es zum Kundenkontakt kommt. Dass schöne Menschen eher einen Job bekommen und besser bezahlt werden als weniger schöne, beschreibt Ökonomin Eva Sierminska in einem Kompendium des IZA.

 

Demnach fällt die Bevorzugung gut aussehender Menschen bereits in der Schule auf. Hübsche Kinder nehmen an mehr sozialen und sportlichen Aktivitäten teil. Dies sorgt auch dafür, dass schon Kinder und Jugendliche, die als hübsch beurteilt werden, mehr Selbstvertrauen und Sicherheit im Umgang mit anderen und im Hinblick auf gestellte Aufgaben entwickeln. Die für den späteren beruflichen Erfolg nötigen "Soft Skills" werden so schon früh erlernt.

 

 

Forderung: Freiwillig auf Bewerbungsfotos verzichten 

 

Der Untersuchung zufolge profitieren die "Schönen" in Deutschland sogar besonders. Schöne Frauen verdienen bis zu 20 Prozent mehr, schöne Männer etwa 14 Prozent. Besonderes viele schöne Menschen sind laut einer Befragung zufolge im mittleren Beamtentum zu finden. In den USA sind das eher erfolgreiche Juristen.

 

Die Ökonomin plädiert davor, freiwillig anonymisierte Bewerbungsverfahren einzuführen, um Nachteile von weniger gut aussehenden Bewerbern zu mildern. Bewerbungsfotos sind bisher meist Standard und führen dazu, dass weniger attraktive Bewerber von vorneherein nicht in Betracht kommen. Für Vorstellungsgespräche und im betrieblichen Alltag könnten nicht überdurchschnittlich attraktiven Menschen Bewerbercoachings und Mitarbeiterschulungen helfen. Denn auch Kleidung, Styling und Verhalten können die Wirkung positiv beeinflussen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.07.15Zum AnfangZurück

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