Appetitlos? Spiegelbild steigert Esslust

Wer dauerhaft wenig Lust hat zu essen und appetitlos ist, könnte möglicherweise einen einfachen Trick anwenden, um wieder mit mehr Vergnügen zu essen: Das eigene Spiegelbild beim Essen zu betrachten oder auch nur ein Foto der eigenen Person während des Essens anzusehen, könnte helfen, das eigene Essen schmackhaft zu machen.


Appetit alleinstehender Senioren ist oftmals eingeschränkt

Menschen finden offenbar, dass ihr Essen besser schmeckt, wenn sie sich beim Essen vor einem Spiegel betrachten oder ein Bild von sich ansehen, auf dem sie essen. Allein zu essen, scheint einer Studie zufolge eher appetithemmend zu wirken. Das beobachtete Phänomen entspricht der "Social Facilitation-Theorie", die besagt, dass Menschen in Anwesenheit anderer bei Aufgaben bessere Resultate erzielen.

Laut Forscher der Universität Nagoya in Japan reicht es aus, dem Gehirn vorzugaukeln, dass eine andere Person anwesend ist, um den Appetit zu steigern. Dies sei besonders für ältere alleinlebende Menschen interessant, die meist allein essen müssen. Im Alter nimmt zudem oftmals der Appetit ab, sodass Senioren wenig essen. Die Folgen können ein rascherer körperlicher und psychischer Abbau sein.


Spiegel oder Foto lassen Essen besser schmecken

Die appetitsteigernde Wirkung des einen Bildes während des Essens wirkte in der aktuellen Untersuchung nicht nur bei älteren Menschen, auch jüngere Menschen sprachen darauf an. Sie reagierten ebenfalls nicht nur auf ihr Spiegelbild beim Essen, sondern auch auf Fotos beziehungsweise statische Bilder der eigenen Person beim Essen.

Regelmäßige und genussvolle Nahrungsaufnahme ist wichtig, so die Forscher. Allein zu sein essen, könnte die Lebensqualität negativ beeinflussen und steht mit Depressionen in Verbindung. Ein Spiegel oder ein Foto könnte eine einfache und hilfreiche Maßnahme darstellen, um die Lust am Essen – besonders älterer Menschen – zu fördern. Dies könnte auch die Lebensqualität vieler alleinstehender Menschen verbessern, glauben die Wissenschaftler.

Ihre Studienergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal "Physiology and Behavior".

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.06.17Zum AnfangZurück

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