Antibiotika bei Blinddarmentzündung

Klassischerweise wird bei Blinddarmentzündungen operiert. Manche Patienten könnten aber auch von einer Antibiotikabehandlung profitieren, zeigt eine Untersuchung finnischer Forscher. Allerdings bleibt nicht allen so Behandelten eine Operation erspart.

 

 

73 Prozent der Patienten entgehen im Folgejahr einer Operation

 

Unkomplizierte Blinddarmentzündungen könnten möglicherweise oftmals auch mit einer zehntägigen Antibiotikatherapie behandelt werden, so die Ergebnisse einer im Amerikanischen Ärzteblatt veröffentlichten Studie an über 500 Patienten mit Blinddarmentzündung. Eine Gruppe erhielt zehn Tage lang Antibiotika, die andere eine Operation.

 

Immerhin mussten sich 73 Prozent der Antibiotikabehandelten innerhalb des Folgejahres keiner Operation unterziehen. Die verbleibenden 27 Prozent kamen um eine spätere OP allerdings nicht herum. In der Gruppe der operierten Patienten ergaben sich nur einem Fall Komplikationen, sodass der Erfolg der OP erwartungsgemäß unschlagbar ist.

 

 

Wann ist eine Operation nötig?

 

Sicherheitsbedenken taten sich bei der Antibiotikabehandlung in dieser Untersuchung nicht auf. Es traten weder Bauchabszesse noch andere schwerere Komplikationen auf.

 

Seit mehr als hundert Jahren steht die operative Entfernung des Wurmfortsatzes bei einer Blinddarmentfernung nicht in Frage. Eine Antibiotikabehandlung könnte für viele Patienten eine Alternative sein. Wichtig wäre die Möglichkeit der Feststellung komplizierter Entzündungen, die eine Operation erfordern. Diese Patienten könnten sich dann möglicherweise eine vorherige Antibiotikabehandlung sparen.

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.06.15Zum AnfangZurück

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