Antibabypille schützt vor Gebärmutterkrebs

Die Antibabypille zur Schwangerschaftsverhütung kann auch über die Dauer der Einnahme hinaus vor Gebärmutterkrebs schützen, so das Ergebnis einer Studienanalyse zum Thema. Zugrunde liegen die Daten von mehr als 27.000 Frauen.

 

 

Langfristige Schutzwirkung auch bei kurzer Einnahme

 

Dabei genügt offenbar auch eine in jungen Jahren kurzfristige Einnahme der Pille, dass 30 Jahre später immer noch ein Schutz wirksam ist. Pro fünf Jahre der Einnahme der Pille sinkt das relative Erkrankungsrisiko demnach um 24 Prozent. Nach Schätzungen ließen sich in den Industrieländern bei Frauen in den vergangenen 50 Jahren mit der Einnahme der Pille 400.000 Gebärmutterkrebserkrankungen verhindern, heißt es im Deutschen Ärzteblatt. Demnach senken Frauen mit zehnjähriger Einnahme der Verhütungspille das Risiko, mit 75 Jahren an Krebs der Gebärmutter zu erkranken, von 2,3 auf 1,3 Prozent.

 

Die Schutzwirkung ist offenbar auch bei den neueren Antibabypillen gegeben, obwohl die Östrogenkonzentration deutlich geringer ist als die früherer Produkte. Die Östrogenwirkung wird für den schützenden Effekt an der Gebärmutter verantwortlich gemacht. Der Schutz soll unabhängig von Geburten, Adipositas, Tabak- oder Alkoholkonsum bestehen.

 

 

Nutzen und Risiken der Antibabypille

 

Weitere positive Wirkungen entfaltet die Antibabypille bei Blutungsstörungen wie zu langer oder schmerzhafter Monatsblutung. Auch die Blutung aus Myomen ist mit der Pilleneinnahme verringert. Eingesetzt werden die Hormonpräparate auch in der Behandlung der Akne oder beim prämenstruellen Syndrom. Das sind gesundheitliche und psychische Beschwerden, die zyklusabhängig einige Tage vor der Monatsblutung auftreten. Eine schützende Wirkung vor Eierstockkrebs wird schon lange vermutet, ist aber nicht gänzlich bewiesen.

 

Doch wo es positive Wirkungen gibt, ist auch mit Risiken zu rechnen. Erhöht ist das Risiko von Thrombosen, von Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch das Risiko von Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs ist erhöht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.08.15Zum AnfangZurück

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