Allergie: Kinder sollen früh Erdnüsse essen

Kinder mit einem erhöhten Risiko für eine Erdnussallergie sollten früh Erdnüsse essen. Klingt unlogisch? Studien zeigen, dass Kinder, die Erdnüsse früh und häufig aßen, mit sechs Jahren seltener allergisch reagierten.


Einjährige Allergenkarenz bleibt ohne Folgen

Erdnussallergie-gefährdete Kinder können der Allergie bis zu einem Alter von sechs Jahren wirksam vorbeugen, wenn sie früh und häufig etwa ab elf Monaten mit dem Allergen in der Nahrung konfrontiert werden. Auch wenn sie im Alter von fünf Jahren ein Jahr lang keine Erdnüsse essen, ist die Strategie wirksam, geht aus einer jetzt im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie hervor.

Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler durch die Fortführung und Erweiterung der sogenannten LEAP (Learning Early About Peanut Allergy)-Studie. Im Rahmen dieser Untersuchung mit 556 Teilnehmern war man zu dem Ergebnis gekommen, dass das frühzeitige Füttern von Erdnüssen Kinder mit hohem Risiko für eine Erdnusallergie schützt. In dem erweiterten Studienteil jetzt zeigte sich, dass der Schutz auch bei einer vollständigen einjährigen Erdnusskarenz mit fünf Jahren erhalten bleibt.


Erdnussallergie unter Kindern ist häufig

Wie genau es durch den Verzehr potenziell allergieauslösender Nahrungsmittel zu einem Schutz vor eben dieser befürchteten Allergie kommt, ist unklar. Auch ungeklärt ist, ob sich das Ergebnis auf andere Nahrungsmittelallergene übertragen lässt. Laut der Wissenschaftler hat die Häufigkeit von Erdnussallergien bei Kindern in Großbritannien zugenommen und eines von 50 Kindern ist davon betroffen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich demnach die Anzahl der erkrankten Kinder in Großbritannien und Nordamerika verdoppelt. Die Allergie entwickelt sich früh im Leben und bleibt meist bestehen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.03.16Zum AnfangZurück

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