Allergie: Geburtszeitpunkt hat Einfluss

Nicht alle Kinder weisen das gleiche Allergierisiko auf. Mitbestimmend könnte auch der Zeitpunkt der Geburt bzw. die Jahreszeit der Geburt sein. Demnach sind Herbstkinder gefährdeter.


Epigenetische Veränderungen der Genfunktion

Die Jahreszeit der Geburt korreliert mit dem Auftreten von 55 Erkrankungen, ergaben die Ergebnisse einer Studie aus 2005. Demnach tragen Babys mit dem Geburtsmonat Oktober die größten Risiken in ihrem Leben. Eine andere Studie offenbarte, dass die Eltern von Sommerbabys gesünder sind. Ursächlich könnte ein bessere Versorgung der Mutter während der Schwangerschaft mit Vitamin D sein. Dies könnte sich auch auf die Gesundheit des Nachwuchses auswirken.

Wissenschaftler der University of Southampton in Großbritannien untersuchten nun DNA-Proben von Menschen, die an der Südküste Englands leben. Sie analysierten das genetische Material hinsichtlich epigenetischer Veränderungen. Die Epigenetik bezieht sich auf Prozesse, die zu Veränderungen der Genaktivität führen, ohne dass sich eine veränderte Gensequenz nachweisen lässt. Diese epigenetischen Veränderungen können ein natürlicher Teil der Körperfunktionen sein. Sie können aber auch negative gesundheitliche Auswirkungen haben.



Herbstgeborene wiesen eher Ekzeme auf

Die Wissenschafter identifizierten einen epigenetischen Prozess, der mit dem Geburtsmonat verbunden war und der auch 18 Jahre später noch vorhanden war. Darüber hinaus konnten sie einen Zusammenhang zum Auftreten von Allergien feststellen. Menschen, die im Herbst geboren waren, wiesen im Vergleich zu Frühlingskindern ein erhöhtes Ekzem (Neurodermitis)-Risiko auf.

Die Ergebnisse ließen sich auch an einer Kohorte holländischer Kinder nachvollziehen. 

Die aktuelle Studie scheint interessant, da man schon weiß, dass Herbstkinder ein erhöhtes Asthma- und Allergierisiko aufweisen, so die Wissenschaftler. Bislang war jedoch unklar, wie sich diese lang anhaltenden Auswirkungen erklären lassen. Vielleicht hilft die Identifikation anderer epigenetischer Veränderungen in der Aufklärung weiterer Erkrankungen, die mit dem Geburtszeitpunkt in Verbindung stehen, hoffen die Forscher.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.04.16Zum AnfangZurück

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