Ärztebewertung: Wem kann ich trauen?

Bewertungen von Ärzten im Web sollen Patienten eine Hilfe sein. Trauen Eltern diesen Bewertungen? Der große Teil Befragter tut das offenbar nicht, manche unterstellen Ärzten sogar Einflussnahme. Nur 30 Prozent der befragten Eltern nutzten das Webangebot, jüngere mehr als ältere.


Über die Hälfte fürchtet Einflussnahme der Ärzte

Wer auf der Suche nach einem Arzt ist, geht heutzutage zunehmend häufig ins Internet und liest sich auf verschiedenen Portalen die Bewertungen anderer Patienten zu den in Frage kommenden Ärzten durch. Wie wird dieses als Entscheidungshilfe gedachte Angebot von Eltern bewertet, fragten sich Wissenschaftler von der University of Michigan und starteten eine Umfrage unter Eltern.

Demzufolge gaben mehr als zwei Drittel der Befragten Angst vor gefälschten Kritiken an, d. h. sie empfanden Arztkritiken als nicht zuverlässig. Auch empfand ein Teil der Befragten die Anzahl an Bewertungen als zu gering, als dass sie sich eine realistische Meinung bilden könnten. Mehr als die Hälfte hatte Sorge, dass der Arzt selbst die Kriken beeinflussen könnte und sie deshalb nicht zuverlässig wären.

Fast ein Drittel der befragten Eltern hatte im Vorjahr bereits online nach Ärzten für sich oder ein Familienmitglied gesucht und Kritiken von Ärzten gelesen. Mütter waren mit 36 Prozent aktiver als Väter mit nur 22 Prozent. Ein großer Teil der Personen hielt nach einem Arztbesuch die zuvor gelesenen Kritiken tendenziell für zutreffend.


Über 30-Jährige sind besonders kritisch

Besonders kritisch gegenüber Arztbewertungen erwiesen sich 71 Prozent der über 30-Jährigen. Jüngere Befragte hatten mit 59 Prozent weniger Sorge, dass sie den Kritiken zu den Ärzten im Web misstrauen und diese für gefälscht halten müssten.  

Die Studienautoren um David Hanauer sind der Meinung, dass Ärztekritiken im Netz durchaus hilfreich bei der Arztwahl sein können. In den Prozess der Bewertungen sollten die Ärzte selbst jedoch mehr involviert sein, damit die Bewertungen möglichst authentisch sind, so die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.04.16Zum AnfangZurück

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