ADHS-Symptome bei Epileptikern häufig

Ungefähr einer von fünf erwachsenen Patienten mit Epilepsie weist auch Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auf, ergab eine Studie von Neurologen aus New York. Die Behandlung der ADHS-Symptome kann für die Patienten und deren Familie eine große Erleichterung sein.


 

ADHS bei Kindern und Erwachsenen mit Epilepsie häufiger

 

Eine Verbindung zwischen Epilepsie und ADHS ist bei Kindern bereits bekannt. Bei ihnen ließen sich häufigere ADHS-Erkrankungszahlen nachweisen. ADHS-Symptome werden in der Regel wie bei Kindern ohne Epilepsie behandelt. Dass aber auch erwachsene Epileptiker überzufällig häufig ADHS-Symptome aufweisen, ist eine neue Erkenntnis, so die Wissenschaftler. Sind solche Symptome aber vorhanden, ist dies für die arbeitsbezogene und private Lebensqualität, Stimmung, Angst und Funktion bedeutsam.

Die Forscher hatten Erwachsene mit Epilepsie mit verschiedenen psychologischen Tests untersucht. Auch wurden Daten zur Epilepsie, etwa zur Anfallshäufigkeit und Einnahme antiepileptischer Medikamente erhoben.


 

Symptome nicht immer der Epilepsie zuschreiben

 

251 von 1.361 Untersuchten wiesen demnach ADHS-Symptome auf. Epileptiker mit ADHS-Symptomen wiesen achtmal wahrscheinlicher Angstsymptome auf und hatten neunmal wahrscheinlicher eine Depression. Diese Symptome werden oftmals den Anfällen zugeschrieben, den antiepileptischen Medikamenten oder anderen Störungen des zentralen Nervensystems.

Die Studienergebnisse verdeutlichen, wie wichtig eine breitere Sichtweise auf die Epilepsie ist. Nach gleichzeitig bestehenden psychiatrischen Erkrankungen sollte gefahndet und diese dann auch behandelt werden. Denn dies beeinflusst das Familienleben, die Schullaufbahn und das Arbeitsleben oft stark.

Offen bleibt die Frage, ob ADHS bei Epileptikern dasselbe ist wie in der Allgemeinbevölkerung und auch genauso behandelt werden sollte. Die genauere Bestimmung von ADHS bei Epilepsie sollte Gegenstand zukünftiger Studien sein, um die Lebensqualität Betroffener erwachsener Patienten deutlich verbessern zu können.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.01.15Zum AnfangZurück

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