ADHS: Kombi-Therapie wirkt besser

Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) profitieren möglicherweise von einer medikamentösen Kombinationsbehandlung. Diese wirkt besser als ein Medikament allein, ergaben Untersuchungen an sieben bis 14 Jahre alten Kindern.


Kombinierte ADHS-Medikamente wirken besser

Gleich drei Studien, die im "Journal of the American Acedemy of Child an Adolescent Psychiatry" veröffentlicht wurden, ergaben einen Vorteil in der Behandlung von ADHS-Kindern mit zwei Präparaten gegenüber nur einem. Symptome nahmen bei der Kombinationsbehandlung signifikant ab. Ob das auch langfristig Auswirkungen etwa auf die schulische Leistung, auf Sozialverhalten und klinische Untersuchungsbefunde hat, ist allerdings unklar.

Oftmals verbessern sich die Symptome auch unter der medikamentösen Behandlung nicht befriedigend. Deshalb sind Therapieansätze gefragt, die effektiver sind. An einer Gruppe von Kindern mit und ohne ADHS machten US-Wissenschaftler drei überlappende Studien, um die Wirksamkeit einer Kombinationsbehandlung aus D-Methylphenidad und Guanfacin zu untersuchen. Beide Medikamente sind zur Behandlung von ADHS zugelassen. ADHS-Patienten erhielten acht Wochen lang eine Behandlung mit einem einzelnen Medikament oder eine Kombinationstherapie.


Langfristige Auswirkung der Kombi-Therapie sind unklar

Die kombinierte Behandlung mit den zwei Medikamenten verbesserte Symptome der Unaufmerksamkeit und sprachen allgemein besser an. Während auf ein Einzelpräparat 62 bis 63 Prozent der Teilnehmer gut ansprachen, waren es bei der Kombinationstherapie 75 Prozent.

Möglicherweise ist auch mit besseren Langzeitergebnissen zu rechnen, so die Wissenschaftler. So zeigte sich in den aktuellen Untersuchungen ein verändertes Muster der kognitiven Funktion und ein verbessertes Arbeitsgedächtnis. Unter Guanfacin allein verbesserten sich zwar ADHS-Symptome, nicht aber das Arbeitsgedächtnis. Eine der drei Studien, die die Auswirkungen in der Elektroenzephalografie (EEG) untersuchte, zeigte ebenfalls den Vorteil der kombinierten Behandlung.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.08.16Zum AnfangZurück

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