Achtsamkeitstherapie gegen Depressionen

Depressionen werden häufig mit Antidepressiva behandelt. Patienten, die unter wiederkehrenden Depressionen leiden, steht möglicherweise eine wirksame Alternative zu Verfügung: Eine Form der kognitiven Therapie war in einer aktuellen Studie nämlich fast genauso wirksam.

 

Medikamente oder Meditation

 

Antidepressiva haben viele positive Wirkungen, sind aber oftmals auch mit Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Gewichtszunahme verbunden. Viele Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf.

 

Forscher der University of Oxford fanden in einer Studie jetzt heraus, dass auch eine Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie depressive Rückfälle verhindern kann. In der Therapie lernen Patienten, negative Gedanken und Gefühle u.a. durch Meditation abzuwehren.

 

In der Untersuchung hatten 212 Personen, aus einer Gruppe von 424 Patienten mit Depressionen per Zufall ausgewählt, die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie erhalten. Die andere Hälfte der Patienten nahm Antidepressiva ein, um Rückfalle zu verhindern. Bei Patienten mit Verhaltenstherapie wurde die antidepressive medikamentöse Therapie zuvor langsam reduziert und ausgeschlichen.

 

 

Medikamente können manchmal nötig sein

 

Die Anzahl der Patienten, die einen Rückschlag erlitten, also wieder in eine depressive Phase rutschten, war in beiden Gruppen vergleichbar. In der Verhaltenstherapiegruppe waren es 44 Prozent und in der Medikamentengruppe 47 Prozent.

 

Vorteil der Methode ist, dass Patienten aktiv Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung nehmen können. Die Therapie ist deshalb nach Meinung der Wissenschaftler besonders für Patienten geeignet, die Antidepressiva nicht einnehmen können, etwa aufgrund der Nebenwirkungen, oder nicht wollen. Daneben gibt es auch Formen der Depression, die weiterhin der medikamentösen Behandlung bedürfen. Dies sind schwere Depressionen, die Krankenhausaufenthalte nötig machen oder mit Selbstmordgedanken verbunden sind. Das Absetzen von Medikamenten sollte nur unter ärztlicher Kontrolle geschehen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.05.15Zum AnfangZurück

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