Sport: Guter Kämpfer, schlechter Läufer

Nicht jeder Sportler, der schnell läuft, wäre auch gut im Ringkampf und nicht jeder Judokämpfer könnte auch schnell sprinten. Was macht den Unterschied aus und warum ist nicht jeder Sportler in vielen Sportarten leistungsfähig? Wissenschaftler suchen nach Antworten.


Forscher untersuchen Kampf- und Laufeffizienz von Mäusen

Die Darwinistische Fitness besagt, nicht jeder kann alles, beziehungsweise: Wer das eine gut kann, ist in dem anderen schlechter. Dass dies auf Sportler zutrifft, kann man nicht nur bei olympischen Athleten beobachten, sondern dies wiesen jetzt US-Wissenschaftler im Tierversuch nach. Es war schon lange vermutet worden, dass die Stärke im Kampf oder der Schutz des Territoriums und der Ressourcen auf Kosten des Laufens und der räumlichen Aktivität geht.

Wissenschaftler der Universität Utah untersuchten, wie erfolgreich männliche Mäuse im Labor Konkurrenten von einem Territorium mit einer weiblichen Maus fernhielten. Die Mäuse waren so beherbergt, dass sie sich im Falle des Verlierens in bestimmte Räume zurückziehen konnten. Daneben maßen die Forscher mit einem kleinen Laufband die Effizienz des Laufens, um herauszubekommen, welche Tiere die besten Läufer sind.


Forscher: Ergebnisse auf Menschen übertragbar

Es zeigte, dass Mäuse, die ihr Territorium gegen andere gut verteidigen konnten und andere Männchen erfolgreich in die Flucht schlugen, beim Laufen mehr Sauerstoff verbrauchten als Männchen, die im Kampf schlechter waren. Da die Mäuse die gleiche Körpermasse aufwiesen, gehen die Forscher davon aus, dass andere physiologische Unterschiede die Unterschiede erklären könnten.

Laut Wissenschaftler sind die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar. Auch Menschen zeigen ausdauer- und aggressionsbasiertes Verhalten. Sie sind aber nicht nur im Hinblick auf die Evolution interessant, sie zeigen auch, dass Menschen bestimmte sportliche Anforderung besonders gut erfüllen und andere vielleicht weniger gut.

Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im "The Journal of Experimental Biology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.08.17Zum AnfangZurück

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