Smartphonesucht belastet Psyche

Eltern machen sich möglicherweise berechtigte Sorgen um ihre Kinder, wenn sie unablässig mit ihrem Smartphone beschäftigt sind. Smartphonesucht führt zu Hirnveränderungen, die für mentale Erkrankungen empfänglicher machen könnten, so Forscher.


Forscher untersuchen Nervenbotenstoffe bei abhängigen Teens

Kleben Kinder und Teenager am Smartphone, sind permanent in sozialen Medien aktiv oder aus anderen Gründen online, sollte dies Anlass zur Sorge geben, so Wissenschaftler der Korea Universität in Seoul. Problem ist ihrer Untersuchung zufolge nicht allein die Zeitverschwendung, die mit dem suchtartigen Umgang mit dem Smartphone einhergeht. Sie fanden heraus, dass die Sucht mit einem chemischen Ungleichgewicht im Gehirn einhergeht, welches das Risiko für Depressionen und Angststörungen erhöht. Die Ergebnisse ihrer Studie präsentierten sie anlässlich des Jahrestreffens der Radiological Society of North America in Chicago.

Die Forscher hatten 19 Teenager im Alter von durchschnittlich 15,5 Jahren untersucht, bei denen eine Smartphoneabhängigkeit diagnostiziert worden war. Sie analysierten verschiedene Chemikalien im Gehirn, indem sie die Kinder einer Magnetresonanzspektroskopie unterzogen. Zwölf der online- oder smartphoneabhängigen Kinder erhielten zusätzlich neun Wochen lang eine kognitive Verhaltenstherapie, die eigens für die Störung entwickelt worden war.


Verhaltenstherapie hilft, um Hirnstoffwechsel ins Gleichgewicht zu bringen

Mittels standardisierten Tests ermittelten die Wissenschaftler die Schwere der Abhängigkeit. Dabei spielte es eine Rolle, wie sehr die Abhängigkeit das Alltagsleben beeinflusste, die Produktivität hemmte, das Sozialleben beeinträchtigte oder den Schlaf und die mentale Gesundheit beeinflusste.

Im Vergleich zu nicht abhängigen Jugendlichen gleichen Alters zeigte sich, dass Teenager mit einer Smartphonesucht eher depressiv oder ängstlich waren sowie unter Schlafproblemen und einer gestörten Impulskontrolle litten.


Zudem wiesen abhängige Kinder ein chemisches Ungleichgewicht im vorderen Bereich des Gehirns auf, der kognitive Leistungen und Emotionen beeinflusst. Das chemische Ungleichgewicht war bei Jugendlichen mit stärkerer Sucht deutlicher ausgeprägt. Die Verhaltenstherapie war geeignet, das chemische Gleichgewicht im Gehirn weitgehend wiederherzustellen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.12.17Zum AnfangZurück

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