Leben in der Höh schützt Herz

Wer in der Höhe wohnt, lebt möglicherweise gesünder, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Denn Bewohner in Höhenlagen erkranken seltener am metabolischen Syndrom, das ein Risikofaktor für Herzkrankheiten darstellt.


Metabolisches Syndrom: Wie bedeutsam sind Umweltfaktoren?

Könnte etwa der Wohnort entscheiden, ob jemand einen Herzinfarkt, Diabetes oder Schlaganfall bekommt? Forscher fanden heraus, dass das metabolische Syndrom seltener bei Menschen vorkommt, die in Höhenlagen leben. Das metabolische Syndrom ist die Bezeichnung für eine Kombination aus verschiedenen Gesundheitsstörungen wie hoher Blutdruck, hohe Zucker- und Cholesterinwerte sowie einen hohen Fettanteil im Bereich des Bauches. All diese Störungen erhöhen das Risiko schwerer Erkrankungen wie beispielsweise einem Herzinfarkt.

"Menschen, die in 457 bis 2.297 Höhenmetern wohnen, tragen ein geringeres Risiko für das metabolische Syndrom", so Forscher der Universität Navarra in Spanien. Das Metabolische Syndrom kommt sehr häufig vor, in den USA sind 34 Prozent der Bevölkerung betroffen.

Die ansteigenden Patientenzahlen mit metabolischem Syndrom werden häufiger mit Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel in Zusammenhang gebracht. Ob und welchen Einfluss möglicherweise Umweltfaktoren haben, ist unklar. Bereits frühere Studien hatten ergeben, dass bei einem Leben in höheren Lagen das metabolische Syndrom seltener vorkommt. In Hochlagen muss der Körper mehr arbeiten, um an den benötigten Sauerstoff zu gelangen.


Sauerstoffmangel lässt Körper mehr arbeiten

"Das Leben oder Trainieren in Höhenmetern oder unter simulierten sauerstoffarmen Bedingungen fördert Herz- und Lungenfunktion, Gewichtsverlust und den Zuckerstoffwechsel, so die Wissenschaftler. Sie hatten die Daten von Studienteilnehmern des spanischen SUN-Projekts untersucht. Im Rahmen des Projekts hatten mehrere tausend eingangs gesunde Menschen seit 1999 zweimal jährlich freiwillige Angaben zu ihrer Gesundheit gemacht. 

Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Leben in Höhenlagen und der Entwicklung eines metabolischen Syndroms. Interessant war, dass auch Menschen, die aufgrund der Familiengeschichte ein erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom aufweisen, seltener erkrankten, wenn sie deutlich über dem Meeresspiegel lebten. Das Erbe spielte also keine entscheidende Rolle.

Die Ergebnisse sind aber möglicherweise nicht auf alle Menschen übertragbar, geben die Wissenschaftler zu bedenken. Die Untersuchungsteilnehmer waren Studenten mit verschiedenen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.02.17Zum AnfangZurück

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