Ernährung: Glutenfrei ist nicht nahrhaft

Immer mehr Menschen ernähren sich glutenfrei, auch wenn sie Gluten vertragen und nicht unter Zöliakie leiden. Dass eine gutenfreie Ernährung nicht sehr gesund ist, zeigt jetzt erneut eine Studie. 


Glutenfreie Nahrungsmittel: Nährstoffgehalt auf dem Prüfstand

Wie sich der Nährstoffgehalt glutenfreier und glutenhaltiger Nahrungsmittel unterscheidet, untersuchten spanische Forscher. Gluten, auch als Klebereiweiß bezeichnet, ist Bestandteil von Getreide und vielen Lebensmitteln wie Backwaren, Nudeln oder Bier. Menschen mit Zöliakie müssen Gluten strikt meiden, denn bereits kleinste Mengen an Gluten können zu entzündlichen Veränderungen im Dünndarm führen. Bei der Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Nach Schätzungen leidet weltweit eine von 100 Personen unter Zöliakie. In Europa ist etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Manche Menschen leiden auch unter einer Unverträglichkeit von Gluten, ohne jedoch entzündliche Darmveränderungen aufzuweisen.

Sich glutenfrei zu ernähren, ist unabhängig von der Verträglichkeit aber in Mode gekommen, weil viele Menschen glauben, eine glutenfreie Ernährung sei gesünder. Spanische Wissenschaftler widerlegen diese Annahme. Sie prüften den Nährstoffgehalt 654 glutenfreier Nahrungsmittel und verglichen diesen mit den Nährstoffen in 655 Produkten mit Gluten.


Glutenfrei: zu viel Energie, zu wenig Proteine

Glutenfreie Nahrungsmittel hatten einen höheren Energiegehalt. Glutenhaltige Nahrungsmittel enthielten bis zu dreimal mehr Proteine als glutenfreie Produkte. Dies könnte insbesondere Kindern gefährlich werden, so die Forscher. Denn Teigwaren wie Brot und Nudeln sind reich an Proteinen, die für die kindliche Entwicklung wichtig wären. Glutenfreie Produkte würden außerdem das Risiko einer Gewichtszunahme und damit von Übergewicht bergen.

Zudem fordern die Wissenschaftler, im Handel erhältliche glutenfreie Nahrungsmittel bezüglich des Nährstoffgehalts anzupassen. Dies ist natürlich besonders für Kinder mit Zöliakie bedeutsam, die sich glutenfrei ernähren müssen. 
 
Die Studie wurde anlässlich des 50. Jahrestreffens der European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition vorgestellt. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.05.17Zum AnfangZurück

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