Alkohol: Trinken macht alt

Je mehr Alkohol eine Person trinkt, desto schneller altern ihre Zellen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Eine vorzeitige Zellalterung steht mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung.


Forscher untersuchen Erbsubstanz von Alkoholkranken

Hinweise auf die Zellalterung und die allgemeine Gesundheit geben die Telomere. Telomere sind die Enden oder Kappen der Chromosomen, die die Erbsubstanz enthalten. Sie dienen unter anderem dem Schutz der Erbinformation. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, sodass sie mit dem Alter immer kürzer werden. Manchen Menschen haben aber verkürzte Telomere, die nicht dem Alter entsprechen. Andere Ursachen müssen bei ihnen eine Rolle spielen.

Wissenschaftler der japanischen Kobe University untersuchten die Länge der Telomere von 134 Patienten, die sich im Krankenhaus einer Behandlung ihrer Alkoholkrankheit unterzogen hatten. Die Forscher untersuchten die Erbsubstanz der Studienteilnehmer und erhoben Daten zum Alkoholkonsum. 


Alkoholkonsum verkürzt Teleomere und führt zu Vitaminmangel

Der Alkoholkonsum stand mit einer Verkürzung der Telomere und mit einem Vitamin-B₁-Mangel in Verbindung. Das Vitamin wird auch als Aneurin bezeichnet. Es ist für die Funktion des Nervensystems sehr wichtig und kommt vor allem in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Besonders reich an dem Vitamin sind Weizenkeime. Ein Mangel führt zu Schäden des Nervensystems und unter anderem zum Wernicke-Korsakoff-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Hirnerkrankung, die aufgrund einer Mangelernährung entstehen kann.

Wenn auch unklar sei, auf welche Art genau der Vitaminmangel zu Nervenschäden führt, so die Forscher anlässlich des 50. Jahrestreffens der Research Society on Alcoholism im Juni in Denver, so wisse man doch, dass oxidativer Zellstress Telomere verkürzen kann. Oxidativer Stress könnte auch Nervenzellen schädigen und deren Untergang bewirken.

Wichtig sei, dass sich jeder bewusst ist, dass Alkoholkonsum die Telomerlänge verkürzt und dies mit Erkrankungen verbunden ist, erklären die Wissenschaftler. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.07.17Zum AnfangZurück

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