Verheiratetet sein schützt bei Herzkrankheit

Menschen, die herzkrank sind, profitieren möglicherweise von der Ehe, ergab eine aktuelle Studie. Verheiratete sterben demnach weniger wahrscheinlich als Menschen, die nicht verheiratet sind. Mögliche Ursache könnte die soziale Unterstützung sein, die Eheleute erfahren.


Forscher untersuchten Einfluss der Ehe auf Todesrisiko bei Herzkrankheiten

Die Ehe habe einen überraschenden Einfluss auf die Gesundheit herzkranker Patienten, so Arshed Quyyomi, Medizinprofessor der Emory Universty in Atlanta. Zu diesem Schluss kommen der Mediziner und sein Team im "Journal of the American Heart Association". Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass geschiedene oder alleinstehende Menschen mit Herzkrankheit ein größeres vorzeitiges Todesrisiko aufweisen. Jedoch war unklar, ob dieser Zusammenhang der Herzkrankheit selbst geschuldet ist oder dem Leben in der Ehe.

Weltweit sind Herzkrankheiten eine führende Todesursache. Nach Schätzungen ereignen sich jährlich aufgrund dieser Erkrankungen 17,3 Millionen Todesfälle. Einer von vier Todesfällen geht auf das Konto von Herzkrankheiten. Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt machen etwa die Hälfte dieser herzbedingten Todesfälle aus.

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 6.000 Menschen mit vermuteter oder gesicherter koronarer Herzkrankheit, die sich einer Herzkatheteruntersuchung unterzogen. Die Untersuchung gilt der Beurteilung der Herzkranzgefäße und der Herzfunktion. Bei 70 Prozent der Patienten ließen sich Verengungen oder Blockaden der Herzkranzgefäße nachweisen im Sinne der koronaren Herzkrankheit. Acht Prozent der Untersuchten wiesen einen Herzinfarkt auf.


Unverheiratete sterben häufiger früher

Die durchschnittlich 63-jährigen Patienten wurden 1,7 bis 6,7 Jahre lang beobachtet. Statistische Analysen zeigten, dass das Todesrisiko unverheirateter Studienteilnehmer größer war als das der verheirateten. Unverheiratet zu sein, ließ das allgemeine Todesrisiko um 24 Prozent ansteigen. Das Risiko, aufgrund der Herzgefäßerkrankung vorzeitig zu sterben, war um 45 Prozent erhöht, das für einen Tod aufgrund eines Herzinfarkts ließ das Risiko um 52 Prozent ansteigen.

In der Behandlung von Herzgefäßkrankheiten sollte die Kenntnis um den Familienstand mit einfließen, so die Forscher. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.12.17Zum AnfangZurück

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